Menü

Wikipedia-Gründer erhält Preis für Verdienste um Wissenszugang

Von
vorlesen Drucken Kommentare lesen 20 Beiträge

Der Gründer der freien Online-Enzyklopädie Wikipedia, Jimmy Wales, erhält den mit 100.000 Schweizer Franken (rund 75.000 Euro) dotierten Gottlieb Duttweiler Preis 2011. Die Auszeichnung wird in unregelmäßigen Abständen an Personen verliehen, die sich mit "hervorragenden Leistungen für die Allgemeinheit" verdient gemacht haben. Zu den bisherigen Preisträgern gehören etwa der frühere UNO-Generalsekretär und Friedensnobelpreisträger Kofi Annan, der einstige deutsche Außenminister Joschka Fischer sowie Václav Havel, erst Präsident der Tschechoslowakei, dann Präsident der Tschechischen Republik.

Wales erhalte die Auszeichnung für seine Verdienste um die Demokratisierung des Wissenszugangs, teilte das in Rüschlikon bei Zürich ansässige Gottlieb Duttweiler Institut (GDI) am Freitag mit. Der US-Amerikaner habe es in knapp einem Jahrzehnt nicht nur geschafft, ein weltumspannendes Wissensnetz aufzubauen, Wikipedia sei auch eine Symbol für einen Umbruch in der Medienwirtschaft geworden. Wales suche nicht Geld oder Ruhm, heißt es in der Begründung weiter, sondern wolle "Wissen teilen und weitergeben". Das partizipative Modell von Wikipedia sei "zutiefst demokratisch" und basiere auf ehrenamtlicher Arbeit.

Das GDI gilt als erster "Think Tank" der Schweiz. Gegründet wurde das "internationale Lehr- und Forschungsinstitut" Anfang der 1960er-Jahre vom gleichnamigen Schweizer Unternehmer und Politiker Gottlieb Duttweiler, der den Einzelhandelskonzern Migros aufgebaut hatte. Duttweiler, der 1962 verstarb, wollte mit dem GDI "queres und unkonventionelles Denken" fördern. Thematische Schwerpunkte des GDI waren in den vergangenen Jahren vor allem Innovationen im Handels- und Dienstleistungsbereich, Entwicklungen der Ernährungsindustrie, Marketing-Innovationen, gesellschaftlicher Wandel und Konsumtrends. (pmz)

Anzeige
Anzeige