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Wikipedia-Gründer will mit Überprüfungssystem Falschmeldungen verhindern

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Wikipedia-Gründer Jimmy Wales setzt sich für ein System ein, das falsche Änderungen an Einträgen in der Online-Enzyklopädie vermeiden helfen soll. Anlass für sein Engagement für so genannte Flagged Revisions ist die Änderung eines Eintrags über den US-amerikanischen Senator Edward (Ted) Kennedy, laut der dieser und sein Kollege Robert Byrd nach einem Mittagessen zu Ehren des gerade ins Präsidentenamt eingeführten Barack Obama verstorben seien. In Wahrheit befand sich Kennedy kurz nach seiner Einlieferung ins Krankenhaus bereits wieder auf dem Weg zur Besserung. Byrd war ebenfalls hinausgeführt worden, seine Mitarbeiter dementierten aber angebliche medizinische Probleme. Die Falschmeldung wäre mit Hilfe der Flagged Revisions nie online gegangen, schreibt Wales in einem Beitrag auf einer Diskussionseite.

Wales befürwortet ein System, bei dem aktuelle Änderungen an Wikipedia-Einträgen nur von registrierten und als vertrauenswürdig eingestuften Mitgliedern vorgenommen werden können. Alle anderen Änderungen würden in eine Warteschleife geschickt und von einem Redakteur geprüft. Der Redaktionsprozess werde in der deutschen Wikipedia seit Mai 2008 getestet und sei August/September voll in Betrieb genommen worden. Dort gebe es aber Verzögerungen von bis zu drei Wochen, bis eine Änderung akzeptiert worden sei. Bei dem von Wales befürworteten System sollen geänderte Artikel in weniger als einer Woche online gehen, da es nicht auf alle Einträge angewandt werde. In einer Abstimmung über den Vorschlag haben sich 60 Prozent der teilnehmenden Wikipedia-Mitglieder dafür ausgesprochen.

Derweil machen Bestrebungen bei der Web-Enzyklopädie Britannica Online zu mehr Nutzerbeteiligung Fortschritte. Allerdings seien Medienberichte in dieser Woche verfrüht gewesen, laut denen Vorbereitungen zu dem im Juni 2008 angekündigten Start einer Online-Community abgeschlossen seien, heißt es in einem Eintrag im Britannica-Blog. Vielmehr würden in den kommenden Wochen schrittweise neue Funktionen eingeführt. Unter anderem sollen Britannica-Artikel von registrierten Nutzern bearbeitet werden können. Die Überarbeitungen würden aber zunächst von Redakteuren geprüft. Nutzer der Enzyklopädie sollen nachvollziehen können, wer welche Beiträge zu einem Artikel geleistet hat. (Andreas Wilkens) / (anw)

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