Menü

Wikipedia-Lexikon im Handel

Von
vorlesen Drucken Kommentare lesen 92 Beiträge

Mit dem Wikipedia Lexikon in einem Band kommt ab heute das erste Print-Lexikon auf Basis der freien Online-Enzyklopädie in die Buchhandlungen. In dem 992 Seiten starken Buch, das 19,95 Euro kostet, sind Kurzfassungen von 20.000 Wikipedia-Artikeln abgedruckt, 50.000 Stichworte sind aufgeführt.

Für die Print-Ausgabe nutzte das Bertelsmann Lexikon-Institut nicht nur die Inhalte der freiwilligen Autoren, sondern ermittelte auch anhand der Nutzungsstatistiken der Online-Enzyklopädie, welche Artikel am meisten gesucht werden und daher für Leser potenziell am interessantesten sind.

Statt die meist sehr langen Artikel im Volltext abzudrucken, verwendete die Redaktion jeweils die auf nur wenige Sätze beschränkte Einleitung der Artikel. Diese wurden inhaltlich geprüft und nur im Ausnahmefall überarbeitet. "Dadurch haben wir den unverkennbaren Wikipedia-Charakter beibehalten. Artikel wurden nur verändert, wenn die Relevanz des Themas nicht erkennbar war, inhaltliche Lücken oder eindeutige Fehler auftraten", erläutert Verlagsleiterin Beate Varnhorn.

In der Wikipedia-Community war das Projekt nicht unumstritten. So befürchteten Autoren, dass Kurzfassungen nicht den wahren Gehalt der Wikipedia korrekt wiedergeben. Um die Lizenzbestimmungen der Wikipedia einzuhalten, sind im 30-seitigen Anhang die Benutzernamen von über 90.000 Wikipedia-Autoren genannt – wer seinen Beitrag suchen will, braucht allerdings sehr scharfe Augen oder eine Lupe. Eine direkte Zuordnung der Autoren zu Artikeln oder Bildern gibt es nicht.

Das Lexikon ist nicht die erste Print-Fassung von Wikipedia-Artikeln. So gab der Verlag Zenodot eine Taschenbuchreihe auf Grundlage von Wikipedia-Artikeln heraus, die jedoch wegen mangelnder Nachfrage eingestellt wurde. (Torsten Kleinz) / (pmz)

Anzeige
Anzeige