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Wikipedia: Studie zeigt die heiß umkämpften Themen

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Forscher von der Universität Oxford und drei weitere Institutionen haben für eine Studie Änderungen in Wikipedia-Artikeln analysiert, um die umstrittensten Themen der Online-Enzyklopädie zu identifizieren. Insgesamt haben sie dafür Log-Dateien in 10 verschiedenen Sprachversionen der Wikipedia ausgewertet und auf Gemeinsamkeiten hin geprüft. Zu den Zankäpfeln in allen der analysierten Sprachfassungen gehören demnach: Israel, Adolf Hitler, der Holocaust und Gott. Global gesehen wird am häufigsten über Politik (25 Prozent), über Länder oder Orte (17 Prozent) oder über Glauben und Religion (15 Prozent) gestritten.

Die Top 1 der umstrittensten Einträge in Deutschland war zum analysierten Zeitpunkt bemerkenswerterweise Kroatien, danach Scientology und die Verschwörungstheorien zum 11. September 2001. Darauf folgen die Artikel zu Studentenverbindungen, Homöopathie und Adolf Hitler. In der englischsprachige Ausgabe von Wikipedia waren die Artikel zu Ex-US-Präsident George W. Bush und zum Anarchismus Schauplatz der heftigsten Editierkriege.

Die Wissenschaftler haben ihre Ergebnisse auch visualisiert und über eine Webseite zugänglich gemacht, auf der sich Unterschiede, Überschneidungen und Top-100-Listen der Streitfälle einsehen lassen. Zu den 10 geprüften Sprachausgaben gehörte neben der englischen und deutschen unter anderem die französische, spanische, arabische, ungarisch, rumänische und hebräische Wikipedia. Die Daten wurden aus den Internet-Ausgaben von Wikipedia aus dem Jahre 2010 erhoben. Als Fazit formulieren die Forscher, dass Wikipedia nicht nur eine Enzyklopädie sei, sondern auch ein Fenster zu gesellschaftlichen Debatten, Interessen und Vorlieben. (Manuel Nitschke) / (axk)

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