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Wikipedia integriert OpenStreetMap

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Die deutschsprachige Wikipedia integriert ab sofort Karten des Community-Projekts OpenStreetMap (OSM). In über 150.000 Wikipedia-Artikeln kann damit auf Mausklick eine dynamische Karte angezeigt werden. OpenStreetMap nutzt die in Wikipedia enthaltenen Daten, um die eigenen Karten anzureichern. Auf einem Layer lassen sich so zum Beispiel Bilder von bekannten Bauwerken aus dem Bestand von Wikimedia Commons einblenden. Da beide Projekte ihre Inhalte unter einer Creative-Commons-Lizenz anbieten, ist das ohne Probleme möglich. Wikipedia wiederum profitiert von der Flexibilität des OpenStreetMap-Materials: So lässt sich in der Enzyklopädie auch eine Karte mit Wander- und Radwegen anzeigen.

Die Integration war technisch nicht einfach umzusetzen. Um die zusätzliche Serverlast abzufangen, hatte Wikimedia Deutschland bereits im vergangenen Jahr einen eigenen OpenStreetMap-Server aufgebaut, der das Rendern und die Darstellung der Karten übernimmt. Schon seit langem versehen Wikipedia-Autoren Artikel und Fotos mit Geo-Koordinaten. Bisher konnten Nutzer diese Angaben nur auswerten, in dem sie auf Drittdienste wie Google Maps oder andere Kartenanbieter zurückgriffen. In der englischen Wikipedia wurde mit WikiMiniAtlas ein ähnliches Projekt aufgebaut, das aber nicht entfernt an die Detailtreue des OpenStreetMap-Materials heranreicht.

Die von unbezahlten Freiwilligen erstellten OpenStreetMap-Karten erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. So haben die kommerziellen Kartendienste MapQuest und Bing Maps vor kurzem die Daten des Projekts in ihre Angebote integriert, auch zur Navigation auf Smartphones greifen immer mehr Anwendungen auf das kostenlose Kartenmaterial zurück. Gleichzeitig nutzen immer mehr Dienste die insgesamt mehr als 1,5 Millionen Koordinaten, die in den verschiedenen Wikipedia-Projekten verzeichnet sind. (vbr)

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