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Wikipedia wird einfacher

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Dank einer Großspende soll die Mitarbeit an der freien Internet-Enzyklopädie Wikipedia einfacher werden. Die Stanton Foundation stellt der Wikimedia Foundation insgesamt 890.000 Dollar zur Verfügung, um die Einstiegsbarrieren zu senken.

Prinzipiell kann jeder an der Wikipedia mitarbeiten. Doch mit der Zeit haben sich immer mehr Regeln und Konventionen herausgebildet, die die spontane Mitarbeit erschweren. So ist es für einen Neuling quasi nicht möglich, einen formal korrekten Artikel zu erstellen, die mit der Zeit immer komplexer gewordene Wiki-Syntax erschließt sich nicht jedem. Viele scheitern auch an dem Konzept eines Wikis.

"Wikipedia zieht Autoren mit einem mittleren bis hohem technischem Verständnis an, aber viele kluge und sachkundige Menschen, die weniger technik-zentriert sind, werden ausgeschlossen", erklärt Sue Gardner, Geschäftsführerin der Wikimedia Foundation in San Francisco. Ziel sei es, diese Leute zur Mitarbeit in der Wikipedia zu motivieren.

In der Vergangenheit hat sich Wikimedia öfters bemüht, die Einstiegshürden der Mitarbeit zu senken. So veranstaltet zum Beispiel Wikimedia Deutschland immer wieder Workshops an Universitäten, um Wissenschaftler zur Mitarbeit zu bewegen. Gleichzeitig gibt es Bemühungen, das Problem per Software-Erweiterungen zu lösen. Doch nach wie vor beteiligt sich nur ein sehr kleiner Teil der Wikipedia-Leser auch an der Artikel-Arbeit.

Mit der Spende der Stanton Foundation soll ein Team mit drei Programmierern, einem Userinterface-Spezialisten und einem Projektmanager gebildet werden, die sich ausschließlich der Vereinfachung des Artikelschreibens widmen sollen. Sie sollen sich darauf konzentrieren, den Artikel-Autoren jeweils nur die Funktionen zu zeigen, die sie auch wirklich benötigen. Die Ergebnisse der Arbeitsgruppe sollen als Open Source veröffentlicht werden.

Derzeit läuft die alljährliche Spendenkampagne der Wikimedia Foundation, die insgesamt 6 Millionen Dollar in die Kassen spülen soll. Bisher liegt das Spendenergebnis bei 3,3 Millionen Dollar – auch dank einiger Großspenden. Gardner hatte im vergangenen Jahr die Foundation ausgebaut, derzeit beschäftigt die gemeinnützige Stiftung 23 Mitarbeiter. (Torsten Kleinz) / (jk)

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