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WinHEC: Longhorn mit Glaseffekten, Desktop-Suche und PDF-Alternative

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Natürlich vergaß Bill Gates auch bei der diesjährigen WinHEC nicht, fleißig die Werbetrommel für die nächste Windows-Version zu rühren. Longhorn ist weiterhin für das Ende des kommenden Jahres angekündigt; noch ist zum Erscheinungstermin aber nichts genaueres als "Holiday 2006" zu erfahren.

Zwei Vorführungen auf der großen Bühne sollten die versammelte Entwicklergemeinde auf Longhorn einstimmen: eine Demonstration der Oberflächeneffekte sowie ein Überblick über die erweiterten Suchmöglichkeiten des kommenden Betriebssystems.

Die erste Longhorn-Demo zeigte Details der Aero-Oberfläche in der Deluxe-Ausführung "Glass": Fenster wiesen einen halbtransparenten, gläsern glänzenden Rahmen auf und hoben sich durch einen weichen Schlagschatten vom Hintergrund ab. Beim Maximieren flitschten sie dynamisch in den Vordergrund und beim Minimieren wieder zurück in die Taskleiste -- Apples Aqua lässt grüßen. Hinter dem transparenten Bereich der Programmfenster liegende Objekte verzerrte die Glass-Oberfläche naturähnlich.

Die neue Oberfläche ist vektorbasiert. Dies werde die aktuellen Probleme mit hochauflösenden Displays lösen, da sich Vektoren verlustfrei skalieren lassen. Die Größe älterer Anwendungen lässt sich in zwei Stufen hochskalieren, so dass diese auch bei Anzeigegeräten mit hohen DPI-Werten bedienbar bleiben.

Anhand eines fiktiven Multimedia-Webshops demonstrierte Shanen Boettcher von Microsoft auf der Keynote, wie sich Avalon mit dem Indigo-System zur Generierung leistungsstarker Web-Anwendungen kombinieren lassen soll. Im "Media Mania Online Media Catalog" ließen sich CD-Cover frei hochskalieren und in einem interaktiven 3D-Karusell betrachten, das der Rechner in Echtzeit berechnete. Die Symbolleiste der Web-Anwendung nutzte animierte Vektorsymbole statt statischer Bitmap-Icons.

Die Oberflächenerweiterungen von Longhorn stellte Arvand Mishra vor: Dazu gehörte zunächst eine in die Startleiste eingebaute Befehlszeile, die Programmnamen automatisch vervollständigte. Die Suchfunktion wird erheblich ausgebaut und tief in das Betriebssystem integriert -- allerdings ohne Zutun des SQL-basierten Dateisystems WinFS, das Microsoft vor zwei Jahren versprochen hatte.

Auch ohne WinFS soll Longhorn virtuelle Ordner bieten, wobei es sich letztendlich um gespeicherte Suchmuster handelt. Bei der Ordnung der Datenwuste sollen Metadaten helfen; für diesen Zweck will Microsoft den Speichern-Dialog um ein zusätzliches Feld erweitern. Metadaten sollen sich auch per Drag & Drop vergeben lassen sowie über eine Eigenschaftleiste am unteren Rand des Explorer-Fensters. Die skalierbaren Dokumenten- und Ordnersymbole zeigen eine Vorschau ihres Inhalts, um das Auffinden von Informationen zu erleichtern.

Die Ergebnisse einer lokalen Datenrecherche lassen sich in Listen speichern. Diese kann man auch an Dritte schicken, damit etwa Projektmitarbeiter auf denselben Datenbestand zugreifen können. Da die Listen nur Links auf die eigentlichen Dokumente enthalten, benötigen die Mitarbeiter dazu Zugriff auf dieselben Ressourcen. Die erste Beta soll dann Listen auch als RSS-Feeds speichern können, sodass Kollegen per Feed Reader stets die aktuelle Version der Liste erhalten.

Eine Veränderung tief im Bauch von Windows ist das neue Metaformat Metro, Microsofts schon lange überfällige Reaktion auf Adobes Portable Document Format (PDF). Microsoft will das auf XML aufsetzende Metro-Format kostenlos für alle offenlegen. Auf der Keynote präsentierte Mishra einen Farbdrucker-Prototypen von Fujitsu Xerox, der Metro intern verarbeitet und die aufwendige Demoseite mit hohem Tempo ausspuckte. Redmond legt das Format insbesondere Druckerherstellern nahe: Alle Longhorn-Druckertreiber sollen Metro als Standardformat nutzen.

Zur vierzehnten Windows Hardware Engineering Conference siehe auch: (ghi)

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