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Wincor Nixdorf ist vorsichtig optimistisch

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Mit seinen Geldautomaten und Selbstbedienungsterminals macht Wincor Nixdorf derzeit noch gute Geschäfte

(Bild: Wincor Nixdorf)

Der Geldautomaten- und Kassensystemhersteller Wincor Nixdorf bereitet sich nach einer soliden ersten Jahreshälfte auf eine mehrmonatige Durststrecke vor. "Das erste Quartal war ein sehr gutes, das zweite war schon ein bisschen schwächer und das dritte wird noch ein sehr schwieriges Quartal werden", sagte Vorstandschef Eckard Heidloff der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Die Paderborner bekräftigten bei Vorlage ihrer Halbjahreszahlen das Ziel, das Gesamtjahr 2008/2009 etwa auf Vorjahresniveau abschließen zu wollen. "Wir merken aber, die Welt ist härter und wir müssen mehr kämpfen." Heidloff räumte ein, dass die Ziele nicht mehr so leicht zu erreichen seien wie bei Bekanntgabe gedacht.

In der ersten Jahreshälfte verzeichnete der Konzern trotz erster Anzeichen von Zurückhaltung bei einigen Kunden ein solides Geschäft und schnitt insgesamt besser ab als am Markt erwartet. Der Umsatz verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr vor allem dank eines starken Service-Geschäfts um vier Prozent auf 1,23 Milliarden Euro. Im zweiten Quartal verlangsamte sich das Wachstum bereits: Hier stand nur noch ein Plus von einem Prozent. Der operative Gewinn lag nach der ersten Jahreshälfte bei 103 Millionen Euro und damit zwei Prozent über dem Vorjahreswert. Unter dem Strich verdiente Wincor mit 64 Millionen Euro fünf Prozent mehr.

Vor allem in Deutschland und Asien war Wincor gut unterwegs, schwächer lief das Geschäft in Osteuropa. Potenzial sieht Heidloff in den USA – er rechnet damit, dass dort die Wirtschaft nach der Krise als erstes wieder anspringt. Wincor biete den Kunden Angebote zur Rationalisierung – hier liege im aktuellen Krisenumfeld, in dem Banken und Einzelhändler Sparkurse fahren, eine große Chance. Die Banksparte legte in der ersten Jahreshälfte um sechs Prozent zu, das Retailgeschäft verzeichnete ein Plus von einem Prozent.

Bei den Auftragseingängen liegt Wincor nach Aussage Heidloffs nach wie vor über Vorjahreswert – allerdings ist für die Paderborner bei den langfristigen Verträgen eher entscheidend, zu welchem Zeitpunkt die Bestellung wirklich abgerufen wird. Aktuell würden die Kunden wegen des unsicheren Umfelds Investitionen verschieben. "Wir sehen, dass die Stückzahlen bei Hardware eher zurückgehen." Er rechne mit wachsendem Druck auf die Produktion im dritten und vierten Quartal. Wincor setzt daher verstärkt auf das Software- und Service-Geschäft, das im ersten Halbjahr kräftig zulegte.

Personaleinschnitte und Kurzarbeit sind bei Wincor trotz der sinkenden Auslastung aktuell noch kein Thema: Bislang reichten Maßnahmen wie der Abbau von Urlaubstagen und Arbeitszeitkonten, betonte der Wincor-Chef. Allerdings wollte er solche Maßnahmen nicht gänzlich ausschließen: "Wir fahren mit Gas und Bremse parallel und sind jederzeit bereit, flexibel zu reagieren." (dpa) / (jk)