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Windows 10 1903: Microsoft eliminiert alte Upgrade-Blocker und kämpft mit neuen

Microsoft hat drei Upgrade-Blockaden für das Windows 10 Mai 2019 Update beseitigt, allerdings auch zwei neue Bugs als "known issues" bekanntgegeben.

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(Bild: pixabay (Collage))

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Microsoft dokumentiert seit einiger Zeit auf einer Statusseite die bekannten Probleme ("known issues"), die das Upgrade auf neue Windows-10-Versionen verhindern.

Auch für das Windows 10 Mai 2019 Update (Version 1903) sind die betreffenden Informationen aus einer von Microsoft eigens eingerichteten Übersicht abrufbar. Zum 11. Juli 2019 kennzeichnete das Unternehmen drei der dort aufgelisteten "Upgrade-Blocker" als beseitigt ("resolved"). Zugleich musste es aber auch zwei neue Bugs einräumen.

Einer der Gründe für Microsofts "Transparenz-Offensive" bezüglich bestehender Bugs dürfte die verunglückte Freigabe des Windows 10 Oktober 2018 Updates (Version 1809) sein. Die ursprünglich Anfang Oktober 2018 veröffentlichte Version musste wegen Fehlern zurückgezogen werden. Nach dem erneuten Start Mitte November 2018 war Microsoft bis zum Jahresende damit beschäftigt, die dicksten Fehler und Upgrade-Blockaden aus dieser Windows-Build auszumerzen.

Ein wichtiger zum 11. Juli beseitigter Upgrade-Blocker betraf die Verwendung von USB-Medien. Es handelte sich um das Problem, dass USB-Speichermedien und SD-Karten das Upgrade auf Windows 10 Version 1903 blockten. Betroffene Benutzer erhielten dann die Meldung "Dieser PC kann nicht auf Windows 10 Version 1903 aktualisiert werden”; alternativ trat der Update-Installationsfehler 0x800f081f auf. Das im Mai 2019 freigegebene Update KB4505057 konnte den Fehler zunächst nicht vollständig beheben. Nun hat Microsoft das Problem gelöst.

Offen bleibt allerdings die Frage nach aktualisierten ISO-Installationsabbildern. Speziell Nutzer, die sich ein Installationsabbild per Media Creation Tool von Microsofts Servern herunterladen und dann auf einen USB-Stick kopieren, könnten weiterhin Upgrade-Probleme haben. Ob Redmond diesbezüglich neue ISO-Abbilder, die den Bugfix enthalten, bereitstellt oder das Problem über dynamische Updates behebt, blieb auf der Statusseite bislang unbeantwortet.

Ein für deutsche Nutzer vermutlich eher zweitrangiger Bug betraf die Dynabook Smartphone Link-App. Diese ermöglichte eine Verbindung zwischen einem Smartphone und einem Windows-10-Gerät. Nach dem Upgrade auf Windows 10 Version 1903 ging aber die Funktionalität der App teilweise verloren. Dies betraf beispielsweise die Anzeige von Rufnummern im Anrufe-Menü oder die Möglichkeit, Anrufe unter Windows 10 anzunehmen. Nachdem diese Probleme beseitigt sind, können Anwender das Windows 10 Mai 2019 Update nun auch auf Systemen installieren, auf denen die besagte Dynabook-App zum Einsatz kommt.

Der dritte und letzte zum 11. Juli 2019 beseitigte Bug betraf die Dolby-Atmos-Audiofunktionen. Es handelt sich um eine proprietäre Surround-Sound-Technik, die im April 2012 von Dolby Laboratories vorgestellt wurde. In Windows 10 stehen kostenlose und kostenpflichtige Erweiterungen zur Nutzung dieser Technologie bereit.

Das beim Upgrade auf Windows 10 Version 1903 auftretende Problem war, dass die Audioausgabe für Dolby Atmos verloren ging. Dies betraf sowohl die kostenlose Dolby-Atmos-Erweiterung für Heimkino-Systeme als auch die kostenpflichtige Dolby-Atmos-Erweiterung für Kopfhörer. Der dahinterliegende technische Grund bestand darin, dass eine Microsoft-Store-Lizenzkomponente keine Verbindung zur Dolby Access-App herstellen und deshalb die Dolby Atmos-Erweiterungen nicht aktivieren konnte.

Neu zur Statusseite des Windows 10 Mai 2019 Updates hinzugekommen ist ein Grafikfehler, der das von Microsoft angebotene Surface Book 2 betrifft. Manche Apps oder Spiele erkennen nach dem Upgrade die im System zusätzlich eingebaute diskrete Nvidia Grafikkarte (dGPU) nicht mehr. Die integrierte Grafikeinheit kann aber die von den Apps oder Spielen geforderte Leistung nicht liefern. Microsoft empfiehlt Betroffenen bei Auftreten des Fehlers einen Neustart des Surface Book 2. Alternativ sollen sie im Manager nach neuer Hardware suchen.

Als Vorsichtsmaßnahme hat Microsoft einen Upgrade-Stopp beschlossen und rät Besitzern der Geräte davon ab, manuell zu versuchen, auf das Windows 10 Mai 2019 Update zu aktualisieren. Microsoft arbeitet nach eigenen Angaben an einer Lösung, die in einer kommenden Version zur Verfügung stehen soll.

Ein zweiter neu in Microsofts Übersicht aufgenommener Bug trifft Nutzer, die die Remote-Desktop-Funktion auf älteren Notebooks oder ähnlichen Geräten verwenden. Ältere Grafiktreiber führen dazu, dass das Remote-Desktop-Fenster schwarz bleibt, nachdem die Verbindung aufgebaut wurde. Das betrifft sowohl Windows-10-1903-Clients als auch Windows Server 2019. Microsoft gibt lediglich an, dass die Ursache in einem Anzeigetreiber für die integrierten GPUs (iGPUs) der Intel 4-Serie zu suchen ist.

Betroffen ist neben Geräten mit dem Intel Q45/Q43 Grafikchipsatz beispielsweise auch die AMD Radeon R7 350X. Deren Grafiktreiber sind nicht mit Windows 10 Version 1903 kompatibel. Ursache ist eine Neuimplementierung bestimmter Anforderungen an Grafiktreiber unter Windows 10 Version 1903.

Administratoren betroffener Systeme finden in einem Blogeintrag des Autors dieser Meldung weiterführende Informationen zum technischen Hintergrund und möglichen Workarounds. Microsoft schreibt auf der Statusseite derweil lediglich – wie bei den Grafikproblemen mit dem Surface Book –, dass das Unternehmen an einer Lösung arbeite. (ovw)