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Windows 10: Änderungen bei Editionen und OEM-Preisen

Microsoft will Windows 10 S verschwinden lassen und durch einen "S-Modus" ersetzen, in dem sich alle gängigen Editionen betreiben lassen. Für PC-Hersteller ändern sich zudem die Lizenzpreise.

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Microsoft setzt bei seinem «Creators Update» für Windows 10 auf Transparenz und den Schutz der Privatsphäre.

(Bild: dpa, Matthias Balk)

Microsoft strukturiert die Editionen für Windows 10 ein wenig um. Wie das Portal Thurrott.com in Erfahrung gebracht hat, betrifft die stärkste Änderung die eigenständige Variante "Windows 10 S", die demnach komplett gestrichen wird. An ihre Stelle trete die Option, die üblichen Editionen von Windows 10 – Home, Pro, Enterprise und Education – in einem "S-Modus" zu betreiben.

Wird ein Gerät mit Windows 10 Pro im S-Modus verkauft, soll es wie bislang kostenpflichtig sein, das System auf eine vollwertige Pro-Ausgabe umzustellen. Das sind 49 US-Dollar, wenngleich viele Geräte derzeit die Option mitbringen, noch bis Ende März 2018 gratis auf vollwertiges Pro umzusteigen. PCs hingegen, die mit Windows 10 Home oder Education im S-Modus geliefert werden, sollen sich gratis auf den jeweils vollen Funktionsumfang umstellen lassen. Unklar ist bis dato, wie Microsoft die "Pro S"-Lizenzierung technisch umsetzt und ob es dafür (wie bislang für Windows 10 S) eigenständige Lizenzschlüssel geben wird. Ist letzteres der Fall, wäre die Edition "Windows 10 S" damit streng genommen gar nicht tot, sondern bloß in "Pro im S-Modus" umbenannt.

Microsoft hatte Windows 10 S erst vor einem dreiviertel Jahr eingeführt, um damit im von Googles Chromebooks dominierten Bildungssektor zu punkten. Es handelt sich bei 10 S um eine Abart der Pro-Edition mit massiven Einschränkungen: Software lässt sich nur aus dem Store installieren; zudem sind essenzielle Verwaltungsprogramme wie Registry-Editor, Eingabeaufforderung und PowerShell blockiert.

Zusätzlich will Microsoft laut Thurrott.com die Preisstaffelung für Gerätehersteller ändern. So gehen die Preise für Windows 10 Home auf Geräten der "Entry"-Klasse künftig bei 25 US-Dollar los. Gemeint sind damit Notebooks bis 14,1 Zoll, Tablets bis 11,6 Zoll oder All-In-Ones ab 17 Zoll, die mit Schmalspur-Hardware bestückt sind (Intel Atom, Celeron oder Pentium, maximal 4 GByte RAM und maximal 32 GByte Flash-Speicher). Das andere Ende markiert die Geräteklasse "Advanced", in der die Hardware-Partner 101 US-Dollar pro Gerät berappen müssen, um es mit Windows 10 Home auszustatten. Das sind PCs mit Intel i7 ab 6 Kernen, i9 oder AMD Threadripper – sowie auch kleinere Intel i7, AMD FX oder Ryzen 7, sofern mehr als 16 GByte RAM im PC stecken. Auch Geräte mit 4K-Bildschirm fallen in diese Klasse, unabhängig von ihrer sonstigen Ausstattung. Dazwischen sortieren sich die Geräteklassen "Value", "Core" und "Core+" ein.

In puncto Home-Edition taucht zudem der Begriff "Windows 10 Home Advanced" auf. Dabei geht es um eine Ausgabe für leistungsstärkere Heim-PCs. Offen ist, ob es sich dabei bloß um Microsofts interne Bezeichnung für die höheren Lizenz-Preisklassen für Hersteller handelt oder tatsächlich um ein funktional erweitertes Produkt. Preislich jedenfalls soll es zwischen Home, Home im S-Modus und Home Advanced keinerlei Unterschied geben. Offenbar bezeichnen die drei Begriffe also nur den Betriebsmodus, in dem Hersteller das Windows 10 Home ausliefern.

Anders sieht es bei Pro und Pro im S-Modus aus: Für die einfachsten Geräteklassen gehen die Preise für ein vorinstalliertes, vollwertiges Pro bei 30 US-Dollar los, während der Hersteller für ein auf den S-Modus limitiertes Pro nur 10 Dollar hinlegen muss.

Die neuen Preisklassen sollen größtenteils ab Anfang April gelten; technisch soll die neue Editionsstruktur in die für März oder April erwartete Version von Windows 10 (Version 1803 bzw. "Redstone 4") Einzug halten. (jss)

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