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Windows 10 Gratis-Upgrade: Microsoft gibt Unterlassungserklärung für Zwangs-Downloads ab

Mehr als ein Jahr nach dem Ende des Gratis-Upgrade-Angebots hat Microsoft eine strafbewehrte Unterlassungserklärung abgegeben: Es sollen künftig keine unerwünschten Downloads der Setup-Pakete erfolgen.

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Microsoft

(Bild: dpa, Jagadeesh Nv)

Microsoft hat gegenüber der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg (VZBW) eine strafbewehrte Unterlassungserklärung abgegeben. Wie die Verbraucherschützer am Montag mitteilten, hat sich der Softwarekonzern darin verpflichtet, künftig "keine Installationsdateien für neue Betriebssysteme mehr ohne Zustimmung auf die Festplatte von Windows-Nutzern aufzuspielen".

Die Verbraucherschützer hatten Microsoft Ende 2015 in der Sache abgemahnt. Nachdem dich der Konzern weigerte, eine Unterlassungserklärung zu unterschreiben, ging die Sache vor Gericht. Mit dem Argument, die Klageschrift sei nicht ordnungsgemäß zugestellt worden, konnte Microsoft das Verfahren vor dem Landgericht München Mitte 2016 in die Länge ziehen; erst Ende März 2017 beendete das OLG München das Spiel auf Zeit.

Cornelia Tausch, Vorstand der VZBW, kommentierte Microsofts Unterlassungserklärung: "Wir hätten uns ein früheres Einlenken gewünscht, dennoch ist die Abgabe ein Erfolg für mehr Verbraucherrechte in der digitalen Welt", und weiter: "Wir gehen davon aus, dass Microsoft und andere Softwarehersteller in Zukunft genauer darauf achten werden, welches Vorgehen zulässig ist und welches nicht. Das ungefragte Aufspielen von Installationsdateien von mehreren Gigabyte gehört sicher nicht dazu".

Für den Fall der ungewollten Downloads für das Gratis-Upgrade auf Windows 10 hat die Entscheidung freilich keine Relevanz mehr: Das Gratis-Upgrade-Programm hat Microsoft Ende Juli 2016 beendet. Wer trotzdem noch einen PC mit Windows 7 oder 8.1 gratis auf Windows 10 bringen will, muss seitdem von Hand von Setup-Programm herunterladen und ausführen.

Microsoft wurde für die Methoden, mit denen das Unternehmen Nutzer zum Umstieg auf Windows 10 bewegen wollte, von verschiedener Seite kritisiert. Ende vergangenen Jahres hatte Marketing-Chef Chris Capossela dann eingeräumt, dass sie dabei wohl zu weit gegangen sind. (jss)

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