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Windows 10: Hardware-Hersteller sind zuversichtlich

Microsoft wagt sich mit Windows 10 auf neues Terrain und muss dabei die Hersteller auf seinem Weg mitnehmen. Die sehen in dem neuen Betriebssystem genug Potenzial, den Markt wieder anzukurbeln.

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Windows 10 Notebook

Toshiba und andere Hersteller setzen Hoffnungen in Windows 10.

(Bild: heise online/vbr)

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Microsoft: Windows 10 Pro 64Bit, DSP/SB (deutsch) (PC) (FQC-08922)
Microsoft: Windows 10 Pro 64Bit, DSP/SB (deutsch) (PC) (FQC-08922) ab € 89,10

Mehr Infos

Windows 10 - Ein Blick auf die neuen Funktionen:

Zu Windows 10 siehe auch den Schwerpunkt in c't:

Zur biometrischen Anmeldung für Windows 10:

Mit Windows 10 beschreitet Microsoft neue Wege: Das Betriebssystem wird als Plattform für die “Mobile and Cloud”-Strategie von CEO Satya Nadella als “Windows as a Service” neu positioniert. Neue Versionen wird es künftig nicht mehr geben, stattdessen werden neue Features und Verbesserungen mit kontinuierlichen Updates eingespielt. Auf diesem Weg muss Nadella nicht nur seine Mitarbeiter und Kunden mitnehmen, sondern auch die Hardware-Hersteller.

Neue Impulse

Die ließen sich nicht lange bitten, als Microsoft das neue Windows 10 am Mittwoch in Berlin feiern wollte. Gregor Bieler, der bei Microsoft Deutschland das Verbrauchergeschäft verantwortet, freut sich über “100 Prozent Marktanteile im Raum”: Von Acer bis Wortmann waren über zehn Hersteller zum Windows-Launch in die Hauptstadt gekommen. Wie Microsofts Deutschland-Chef Alexander Stüger erwarten auch die Hersteller, das Windows 10 dem Markt neue Impulse geben wird.

Doch Microsofts Entscheidung, Windows 10 während der ersten zwölf Monate kostenlos anzubieten, hat bei den Herstellern auch für Irritationen gesorgt. “Wir haben uns schon gewundert”, räumte Mark Jendrzok von Medion ein. Denn das Erscheinen einer neuen Windows-Version hat bei den Herstellern stets für sprudelnde Umsätze gesorgt: Viele Kunden griffen lieber zu einem neuen PC mit frischem Windows, als ihre alte Kiste kostenpflichtig upzugraden. Mit dem vorerst kostenlosen Windows 10 könnten PC-Besitzer einen Neukauf aufschieben.

Windows 10 Hardware (6 Bilder)

Alle großen PC-Hersteller (hier: HP) bringen neue Geräte mit Windows 10 auf den Markt und setzen dabei auf neue Features des Systems.
(Bild: heise online/vbr)

Die schnelle Markteinführung von Windows 10 hat die Hersteller unter Zeitdruck gesetzt. "So ein knappes Zeitfenster hatten wir noch nie", sagte Jendrzok. Medion verkauft bei Aldi seit Donnerstag zwei Notebooks und ein Desktop-Modell mit Windows 10, doch sind insgesamt noch wenige Geräte mit dem neuen System im Handel erhältlich. Das dürfte sich aber im Laufe der nächsten Wochen und Monate ändern. Zu Weihnachten, wenn auch Intels neue Core-i-Generation da ist, wird die Produktpalette prall gefüllt sein.

Die Branche ist zuversichtlich, dass Windows 10 den Geräteabsatz wieder ankurbeln wird. PC-Hersteller wie Dell, Lenovo, Fujitsu und Toshiba wollen mit neuer Hardware punkten, die auf neue Features von Windows 10 setzt – etwa eine 3D-Kamera, mit der Anwender die Gesichtserkennung zur Anmeldung am PC nutzen können (“Windows Hello”). Auch in Continuum und Cortana sehen die Hersteller Chancen für neue Hardware.

Hoffnungen setzt die Branche auch in 2-in-1-Geräte, die sich steigender Beliebtheit erfreuen. Die Tablet-Notebook-Hybriden machen schon ein Zehntel des Notebook-Markts in Deutschland aus, wie Bieler unter Hinweis auf Zahlen der GfK betonte. Mit Windows 10 und günstiger Touchdisplays dürfte sich der Anteil der Touch-Devices auch in Deutschland steigern. Hersteller wie Asus, Trekstor oder Odys haben Tablets und Hybriden in der Pipeline.

Was ist mit Smartphones?

Bei Smartphones hingegen ist die Nachrichtenlage noch dünn. Lenovo, das in Europa vor allem mit der Marke Motorola operiert, hat derzeit keine Pläne für ein Smartphone mit Windows 10 Mobile. Von den anwesenden Herstellern hat einzig Acer was in Vorbereitung, wollte dazu aber nicht nicht mehr sagen. Laut einem Bericht von WinFuture will der Hersteller gleich vier Smartphones mit dem neuen Betriebssystem auf der IFA (4. bis 9. September) vorstellen.

Dabei ist Windows 10 Mobile noch gar nicht fertig. Das soll im Herbst soweit sein – die IFA wäre eine gute Gelegenheit. Auch von Microsoft selbst dürfte es dann neue Flagship-Devices geben. Als Vollsortimenter wird der Software-Riese im Smartphone-Bereich allerdings nicht mehr auftreten, das Nokia-Abenteuer ist beendet und abgeschrieben. Doch werden zahlreiche Lumias auch ein Upgrade auf Windows 10 Mobile erhalten, wenn es soweit ist. (vbr)

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