Windows 10: Hersteller können ihre Treiber via Windows Update ausliefern lassen

Microsoft hat den Treiberupdate-Prozess für Win 10 geändert. Hardware-Partner können Aktualisierungen jetzt automatisch über die Update-Funktion verteilen.

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(Bild: daniiD/Shutterstock.com)

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Seit dem 19. Februar 2020 haben alle Treiberhersteller, die als Hardware-Partner von Microsoft registriert sind, die Möglichkeit, ihre Treiber über das "Partner Center for Windows Hardware" zur automatischen Verteilung via Windows Update einzureichen. Auf diese Weise können sie neue Treiberversionen stufenweise an Nutzer verteilen lassen, um Probleme frühzeitig zu erkennen und gegebenenfalls Korrekturmaßnahmen zu ergreifen. Alternativ können sie die Updates auch als "optional" markieren, müssen hierfür allerdings im Partnercenter eine Begründung angeben.

Die Bekanntgabe der neuen Verteilungsstrategie in einem Techcommunity-Artikel kommt nicht ganz unerwartet – denn, dass Microsoft im Bereich Treiberaktualisierung Änderungen in der kommenden Windows 10 Version 2004 beabsichtigt, deutete sich bereits im vergangenen Jahr an. Windows Insider bekamen unter Windows Update zeitweise eine Einstelloption, um Treiber für Windows 10 als optionale Updates per Windows Update zu beziehen. Allerdings verschwand diese Funktion in späteren Insider-Builds von Windows 10 wieder.

Für Microsoft Partner (bzw. vorrangig für die Gerätehersteller unter ihnen) führte Redmond dann Anfang 2020 die Option ein, eine vorübergehende Blockade von Funktionsupdates zu beantragen. Diese gilt dann jeweils für Geräte, auf denen Treiberversionen laufen, die bekanntermaßen mit den jeweiligen Updates inkompatibel sind.

Im aktuellen Techcommunity-Artikel hat Microsoft alle Änderungen zusammengefasst, die das Unternehmen im Zusammenhang mit der neuen, für alle Treiberhersteller offenen Verteilungsstrategie im "Hardware Dev Center (HDC)" vorgenommen hat.

Unter anderem wurden neue Hardware-APIs (v2) eingeführt, die die alten, ab Ende April 2020 als veraltet (deprecated) geltenden APIs ablösen sollen. Die APIs, wie auch das frisch überabeitete User-Interface im Partner-Center, verwenden künftig als Default die Treiberverteilungs-Option "automatisch". Damit werden die Treiber sowohl als kritisches Update (CU) als auch als dynamisches Update (DU) veröffentlicht. Dynamische Updates verwendet Windows 10 bei der Installation oder beim Zurücksetzen eines Systems, um während dieses Vorgangs Aktualisierungen einzuspielen.

Als zweite Option für die Treiberverteilung gibt es die Einstellung "manuell": Die Treiber werden dann auf Windows 10-Rechnern mit der passenden Hardware als optionale Updates angeboten, die etwa bei der Behebung spezifischer Probleme helfen können. Hardware-Partner müssen die Einstellung als "manuell" in einem Textfeld begründen.

An dieser Stelle bringt Microsofts neue Treiberverteilungsstrategie Änderungen am "Einstellungen"-Bereich von Windows Update mit sich. Für die Nutzer soll es dort künftig einen neuen Bereich "Optionale Updates" geben, in dem ihnen eine Liste hardwarespezifischer optionaler (Treiber-)Aktualisierungen angezeigt wird – eben jene Aktualisierungen, die von den Herstellern zur manuellen Verteilung vorgesehen wurden.

(Bild: Microsoft)


Update 21.2.20, 13:03:

Zunächst war nicht klar, für welche Windows-10-Versionen diese Neuerung gelten wird beziehungsweise ob eventuell auch ältere Windows 10-Builds per Update mit der neuen Einstellseite nachgerüstet werden. MIttlerweile hat ein Microsoft-Mitarbeiter gegenüber dem Autor dieses Artikels allerdings mitgeteilt, ,dass die Option nur für Windows 10 Version 2004 und höher kommt. (ovw)