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Windows-10-Installations-Stick erstellen

Sie brauchen einen bootfähigen USB-Stick, von dem Sie Windows 10 installieren können? Wir zeigen, wie Sie diesen mit wenigen Klicks erstellen.

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Windows-10-Installations-Stick erstellen

Noch vor wenigen Jahren scheiterte die Neuinstallation eines Betriebssystems oft am fehlenden Installationsmedium. Heutzutage gibt es dafür ein kostenloses Programm von Microsoft: Das Media Creation Tool. Und weil oft bei c't nachgefragt wird, wie genau das funktioniert, haben wir eine kleine Anleitung dazu veröffentlicht.

Das Media Creation Tool (MCT) lädt mit wenigen Mausklicks mal eben alles Nötige für eine Windows-Installation herunter und erzeugt wahlweise ein ISO-Abbild oder einen bootfähigen USB-Stick. Von dem können Sie anschließend Windows 10 Home, Pro und Education installieren, und zwar auch die jeweiligen N-Varianten.

Als Stick taugt jeder, der hinreichend zuverlässig arbeitet und mindestens zwischen 4 und 8 GByte Platz bietet. Ein Werbegeschenk oder ein Modell vom Grabbeltisch reichen also aus. Der Stick wird dabei komplett gelöscht. Stellen Sie also sicher, dass nichts Wichtiges drauf ist und stöpseln Sie alle anderen USB-Laufwerke ab, um Verwechselungen zu vermeiden.

Klicken Sie auf Microsofts Download-Seite auf den Knopf "Tool jetzt herunterladen". Diese Schaltfläche ist nur vorhanden, wenn Sie die Seite unter Windows aufrufen. Unter Linux oder macOS bekommen Sie stattdessen nur ISO-Abbilder angeboten, da das Tool da ohnehin nicht laufen würde.

Auf der Platte landet ein kleines Programm namens MediaCreationTool1803.exe. Nach dem Start bietet es an, ein Upgrade der gerade laufenden Installation durchzuführen oder ein Installationsmedium zu erstellen – wählen Sie letzteres. Anschließend bietet das MCT die Auswahl der Sprache an und fragt, ob Sie die 32- oder 64-Bit-Installationsdateien herunterladen wollen oder aber beide. Danach können Sie Ihren Stick auswählen. Nochmals: Vorsicht, er wird dabei gelöscht. Nach der Auswahl des Sticks dauert es einige Zeit, bis alles heruntergeladen und auf den Stick kopiert ist.

In seltenen Fällen scheitert das Vorgehen daran, dass das MCT Ihr USB-Laufwerk nicht findet. Sofern dann nicht eine der beteiligten USB-Komponenten defekt ist oder ein Treiber fehlt, scheitert das MCT, weil der Stick das falsche Partitionsschema enthält (GPT statt MBR). Dann bleibt nur, das von Hand mit Diskpart anzupassen; das erfordert allerdings das Eintippen von Kommandozeilenbefehlen.

Falls Sie später erneut ein Installationsmedium erstellen wollen, sollten Sie das MCT nochmals herunterladen: Microsoft tauscht das Programm auf der Download-Seite gelegentlich gegen eine aktualisierte Version aus, die dann auch neuere Installationsdateien herunterlädt. Das verringert nach der Windows-Installation die Anzahl der nachzuinstallierenden Updates.

Es gibt zwei weitere Methoden, einen Windows-Installations-Stick zu erstellen: Mit der Freeware Rufus sowie mit dem erwähnten Windows-Bordmittel Diskpart. Beide Methoden haben gegenüber dem MCT jeweils Vor- und Nachteile. Details dazu finden Sie in einem c't-Artikel in der aktuellen c't-Ausgabe 17/2018. Ein weiterer Artikel im Heft liefert zudem Tipps, wie Sie mit nur einem Stick bequem unterschiedliche Windows-Versionen und Edition installieren können und ihn auch noch in Notfällen einsetzen, etwa um das c't-Notfall-Windows davon zu starten.

Ausführliche Infos zu bootfähigen Installations-Sticks finden Sie in c't 17/2018

(uk)