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Windows 10 November 2019 Update (V1909) verfügbar: Tipps zur Installation

Microsoft hat am 12. November das Funktionsupdate zu Windows 10 Version 1909 freigegeben. Wir geben Tipps zur aktiven Update-Suche und Neuinstallation via ISO.

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(Bild: geralt)

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Zur Freigabe des Windows 10 November 2019 Update (Version 1909) stand bereits vorab der 12. November 2019 als inoffizieller Termin im Raum. Er fällt nicht nur mit dem regulären Patchday bei Microsoft zusammen, sondern war auch der Tag, an dem Windows 10 Version 1803 in den Home- und Pro-Versionen vor dem Supportende letztmalig Sicherheitsupdates bekam.

Die Gerüchte haben sich nun bestätigt: In einem am gestrigen Dienstag veröffentlichten Blogeintrag gab John Cable, Director of Program Management, Windows Servicing and Delivery bei Microsoft, die Freigabe von Windows 10 Version 1909 samt einiger zusätzlicher Details bekannt.

Das Windows 10 November 2019 Update (Version 1909) wird in den Home- und Pro-Varianten für 18 Monate mit Updates versorgt werden. In den Enterprise- und Education-Varianten gilt dagegen ein verlängerter 30-monatiger Support-Zeitraum.

Microsoft verfolgt beim November 2019 Update einen neuen, Service-Pack-artigen Ansatz, auf den wir im Abschnitt "Unter der Haube: So läuft das Update ab" dieses Artikels näher eingehen.

Der neue Ansatz hat zur Folge, dass sich Microsoft bei der neuen Build auf Bugfixes und Stabilitätsverbesserungen fokussiert hat. Größere funktionale Änderungen wurden auf den 20H1-Entwicklungszweig, der im Frühjahr 2020 in die nächste Windows-10-Version münden soll, verlagert.

Ein kurzer Abriss der wenigen Änderungen ist der heise-online-Meldung "Windows 10 November-Version für Visual-Studio-Abos verfügbar " zu entnehmen (Abschnitt "Diese Neuerungen bringt Version 1909"). Microsoft gibt zudem im Beitrag Neuerungen in Windows 10, Version 1909 einen Überblick darüber, was sich – auch für Unternehmensumgebungen – ändert.

Benutzer, die das Funktionsupdate auf Windows 10 Version 1909 sofort beziehen möchten, müssen aktiv werden, indem sie unter einem installierten Windows 10 die "Einstellungen"-Seite öffnen und dann zu "Update und Sicherheit --> Windows Update --> Nach Updates suchen" wechseln. Anschließend sollte unter "Windows Update" in der Kategorie "Optionale Updates verfügbar" der Eintrag "Funktionsupdate für Windows 10, Version 1909" angezeigt werden. Allerdings wird das Funktionsupdate erst dann heruntergeladen und installiert, wenn der Benutzer den Hyperlink "Jetzt herunterladen und installieren" anwählt.

(Bild: Screenshot)

Mit diesem Ansatz eröffnet Microsoft Anwendern die Möglichkeit, den Zeitpunkt der Installation bei Bedarf bis kurz vor Ende des Support-Zeitraums der aktuellen Windows 10-Version hinauszuzögern. Es ändert sich also nichts gegenüber der Vorgehensweise zur Installation des Funktionsupdates für das Windows 10 Mai 2019 Update (Version 1903). Erst wenn der Support mit Sicherheitsupdates für eine Windows 10-Version ausläuft, erzwingt Microsoft die Installation des Funktionsupdates.

Die Installation erfordert einen Neustart des Systems, der aber bis zu 35 Tage hinausgezögert werden kann. Bei der anschließenden Einrichtung des Windows 10 November 2019 Updates durchläuft der Benutzer eine Seite zum Einrichten diverser Windows-Funktionen wie der Hello-Anmeldung, das Verknüpfen mit einem Smartphone etc. Diese Einrichtung lässt sich aber über einen angezeigten Hyperlink überspringen und später auf der "Einstellungen"-Seite nachholen.

(Bild: Screenshot)

Wird bei der Update-Suche kein Funktionsupdate auf die Version 1909 gefunden, sind dafür mindestens zwei Gründe denkbar. Zum einen wurde bei Tests des Autors dieser Meldung das Update erst dann bei einer Suche eingeblendet, nachdem vorher alle anderen für die Windows 10-Version verfügbaren Updates installiert waren. Der zweite bekannte Grund für ein fehlendes Funktionsupdate könnte laut Microsoft ein festgestelltes Kompatibilitätsproblem der Maschine mit dem Windows 10 November 2019 Update sein.

Der letztgenannte Grund dürfte aber in der Regel nur bei Maschinen auftreten, auf denen eine ältere Windows 10-Variante bis zur Version 1809 installiert ist. Bei Windows 10 Version 1903 sollte es, auf Grund der nachfolgend beschriebenen Besonderheiten beim Ausliefern des Funktionsupdates, eher selten zu Kompatibilitätsproblemen kommen.

Wie das Funktionsupdate auf die Version 1909 "unter der Haube" ausgeführt wird, hängt von der bislang verwendeten Windows 10-Variante ab. Bis Windows 10 Version 1809 rollt Microsoft ein klassisches Funktionsupdate aus, bei dem der komplette Unterbau des Betriebssystems durch das ausgerollte Update ausgetauscht wird. Es bleiben nur Programme und Dateien des Benutzers erhalten. Ein solches Update-Szenario dürfte vorerst aber nicht eintreten, da für ältere Windows-10-Builds eher ein Funktionsupdate auf das Windows 10 Mai 2019 Update angeboten wird.

Von diesem auch bei früheren Funktionsupdates verwendeten Ansatz geht Microsoft aber bei einem vorhandenen Windows 10 Mai 2019 Update (Version 1903) ab. Denn Microsoft lieferte seit einiger Zeit identische kumulative Updates für Windows 10 Version 1903 (Mai 2019 Update) und für die damaligen Insider-Versionen von Windows 10 Version 1909 (November 2019 Update) aus. Gepatchte Maschinen mit dem Windows 10 Mai 2019 Update enthalten daher bereits den Code für alle Funktionen der November-Version 1909, allerdings noch deaktiviert.

Das bei der Update-Suche ausgewiesene Funktionsupdate auf Windows 10, Version 1909, ist bei Windows 10 Version 1903 daher nur gut 20 Kbyte groß und binnen Sekunden heruntergeladen. Intern handelt es sich um ein sogenanntes "Enabler Update" mit der Bezeichnung KB4517245. Beim zur Installation erforderlichen Neustart ändert dieses Update die Build-Nummer auf 18363.449 und macht so aus Windows 10 1903 die Version 1909.

Der Unterbau des Betriebssystems bleibt beim Umstieg vom Windows 10 Mai 2019 Update auf die November-Variante also erhalten. Von dieser Maßnahme erhofft sich Microsoft, die Probleme zu vermeiden, die sich in der Vergangenheit bei der Installation der Funktionsupdates für die Versionen 1809 und 1903 ergaben.

Für die Neuinstallation des Windows 10 November 2019 Update (Version 1909) wird ein Installationsmedium benötigt. Mit der Freigabe des Funktionsupdates für die Version 1909 hat Microsoft auch das zum Download verfügbare Windows Media Creation Tool (MCT) aktualisiert. Mit dem MCT lässt sich ein Windows 10-Installationsmedium als ISO-Datei herunterladen und auf DVD oder USB-Stick übertragen. Das aktualisierte Media Creation Tool (MCT) sollte nun die Build 18363 für Windows 10 Version 1903 herunterladen.

Nutzer, die lieber eine ISO-Installationsdatei mit einem WIM-Archiv (statt der ESD-Datei des Media Creation Tools) zur Installation verwenden, aber über kein Visual-Studio-Abo oder keinen Zugang zum Volumenlizenz-Center verfügen, können zu einem Trick greifen, der etwa mit Google Chrome funktioniert.

Im Browser ruft man Microsofts Win-10-Download-Webseite auf. Diese zeigt zwar zunächst nur die reguläre Schaltfläche "Jetzt herunterladen" zum Bezug des Media Creation Tools (MCT) an. Ruft man aber Chromes Entwicklertools über die Funktionstaste F12 oder über den Befehl "Weitere Tools –> Entwicklertools" des Menüs auf, lässt sich in der Leiste des Hauptfensters ein Listenfeld zur Geräteemulation aufklappen und z.B. ein iPad als Gerät wählen.

Nach dem Refresh der Seitenanzeige erfolgt eine Browserumleitung entsprechend der getroffenen Auswahl, und einer Auswahl der gewünschten Windows-10-1909-ISO-Variante steht nichts mehr im Weg.

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(ovw)