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Windows 10: Problem-Updates sollen künftig automatisch rausfliegen

Microsoft bastelt weiter an der Stabilität von Windows 10 und integriert eine Funktion, die fehlerhafte Updates automatisch entfernen können soll.

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Windows 10: Problem-Updates fliegen automatisch raus

(Bild: Microsoft )

In einem kürzlich veröffentlichten Beitrag auf der Windows-Support-Website weist Microsoft auf eine neue Windows 10-Funktionalität hin. Schlägt ein Update bei der Installation fehl und scheitert der anschließende Windows 10-Start, versucht das Betriebssystem demnach künftig, das Update rückgängig zu machen. Klappt dies und kann Windows 10 anschließend wieder erfolgreich starten, wird der Anwender nach der erneuten Anmeldung mit der Nachricht "Wir haben einige kürzlich installierte Updates entfernt, um Ihr Gerät nach einem Startfehler wiederherzustellen" über das Rollback informiert.

So sieht die englischsprachige Variante der Benachrichtigung aus.

Um sicherzustellen, dass das betroffene Gerät anschließend wie gewohnt gestartet und weiterbetrieben werden kann, verhindert Windows 10 laut dem Support-Beitrag auch, dass das problematische Update in den nächsten 30 Tagen automatisch installiert wird. Dies solle Microsoft und seinen Partnern die Möglichkeit geben, den Fehler zu untersuchen und eventuelle Probleme zu beheben – oder das Problem-Update zurückzuziehen. Erst nach Ablauf der 30 Tage werde Windows versuchen, die zuvor gesperrten Updates (sofern nicht zurückgezogen) erneut zu installieren.

Unter Windows 10 erhält ein Großteil der Anwender automatisch Updates, die dann auch installiert werden. Die in den Vorgängerbetriebssystemen möglichen Einstelloptionen für Windows-Updates stehen unter Windows 10 nicht mehr zur Verfügung. Lediglich in Unternehmensumgebungen mit Windows 10 Pro und Enterprise lassen sich Updates zurückstellen oder Download- und Installationsoptionen für Updates mittels Gruppenrichtlinien konfigurieren.

Allerdings deutet sich an, dass die Update-Installation ab dem kommenden Windows 10 1903 in allen Windows-Varianten über die Einstellungen-Seite um sieben Tage pausiert werden kann. In den Insider-Preview-Builds seit Version 18282 ist diese Funktion bereits enthalten.

Möglicherweise hofft Microsoft, mit diesen neuen Funktionen Problem-Updates erfolgreich abfangen und Kritik an der bestehenden Update-Funktion entgegenwirken zu können. Besonders im Hinblick auf die in letzter Zeit steigende Zahl von Updates, die im Nachhinein Probleme verursachten, scheint diese Annahme plausibel.

Für außenstehende Beobachter ist aber unklar, wie hilfreich diese Automatik am Ende des Tages wirklich ist. So stellt sich die Frage, wie oft die neue Funktion ein Update fälschlicherweise rückgängig macht. Eine Nachfrage beim Nutzer, ob das problembedingte Rollback durchgeführt werden darf, hat Microsoft scheinbar nicht implementiert.

Die wirklichen Problem-Updates, die Windows-10-Maschinen etwa in Boot-Schleifen zwingen oder gar den Boot-Lader beschädigen, wird man so voraussichtlich nicht abfangen können. Denn derart betroffene Systeme mussten Administratoren in der Vergangenheit durch Einspielen eines Backups oder erneutes Aufsetzen der Systeme reparieren. Hier wird die Praxis zeigen müssen, was wirklich funktioniert.

Immerhin: Sofern ein Administrator der Meinung ist, dass ein Update zu Unrecht von der Windows-10-Automatik deinstalliert und entfernt wurde, kann er Treiber- und Qualitäts-Updates erneut manuell installieren. Der Supportbeitrag verlinkt entsprechende Anleitungen zu diesem Ansatz. Kann das System nach der erneuten automatischen oder manuellen Installation dieser Updates nicht ordnungsgemäß gestartet werden, deinstalliert die Windows-10-Automatik dieses erneut.

Der Microsoft-Support-Beitrag lässt mehr Fragen offen, als er beantwortet. So bleibt unklar, ob die neue Funktion bereits in Windows 10 integriert ist, aktuell per Update nachgerüstet wird oder Windows 10 V1903 vorbehalten bleibt.

Auch verrät das Unternehmen nicht, ob die neue Funktion nur für Windows 10 Home oder auch für Windows 10 Pro/Enterprise und die Windows-Server-Pendants verfügbar ist. Ebenso fehlen Informationen für Administratoren, um diesen Mechanismus per Gruppenrichtlinien für Unternehmensumgebungen zu konfigurieren.

Update 14.03.19, 14:30 (Ergänzung durch den Autor): Inzwischen hat Microsoft den Support-Beitrag um die Information erweitert, dass die neue Funktion in der im April 2019 erwarteten Windows 10 V1903 eingeführt wird. Es ist davon auszugehen, dass dies alle V1903-Varianten betrifft.
(ovw)