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Windows 10: Update KB4494441 mit Fallstricken

Das Update KB4494441 für Windows 10 V1809 installiert sich auf manchen Systemen gleich mehrfach. Zudem gibt es Berichte, dass der Update Agent beschädigt wird.

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(Bild: pixabay.com)

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Das kumulative Update KB4494441 für Windows 10 Version 1809 wurde am 14. Mai 2019 im Rahmen des regulären Patchdays als Sicherheitsupdate freigegeben. Neben einem "Microarchitectural Data Sampling-"Schutz (ZombieLoad) und der Aktivierung des Retpoline-Schutzes gegen Spectre-V2-Seitenkanalangriffe behebt das Update noch einige weitere Schwachstellen. Allerdings verursacht dieses Update auch neue Probleme, die Microsoft inzwischen teilweise bestätigt hat.

In den Rückmeldungen bezüglich der Probleme, die das Update verursacht, häuften sich nach der Freigabe Berichte, dass die Installation zwei Anläufe samt Neustarts braucht. Im Update-Verlauf der Clients tauchen dann auch zwei Einträge für die jeweiligen erfolgreichen Installationen des "Qualitätsupdates KB4494441" auf.

Microsoft hat inzwischen den Abschnitt zu bekannten Problemen im Supportbeitrag KB4494441 um den Hinweis ergänzt, dass die Update-Installation "bei manchen Kunden" zweifach erfolgt und erst dann erfolgreich abgeschlossen werde. Das ist in der Regel kein Beinbruch, da die Installation schließlich klappt. Die Entwickler arbeiten laut KB-Artikel an einer Verbesserung des Update-Verhaltens.

Microsoft schreibt seit Monaten in seinen Supportartikeln zu den kumulativen Updates (CU) für Windows 10, dass vorher das aktuelle Servicing Stack Update installiert werden muss. Andernfalls kann (und wird) es zu unerwarteten Fehlern bei der Installation des kumulativen Updates kommen.

Vor der Installation des kumulativen Updates KB4494441ist daher das neue Servicing Stack Update (SSU) KB4499728 erforderlich. Hier gibt es aber ein Problem: Benutzer von Windows 10 Home haben faktisch keine Möglichkeit, in den Update-Installationsverlauf einzugreifen. Normalerweise sollte Windows Update die Abläufe auch alleine organisieren können. Microsoft schreibt daher im Supportbeitrag, dass das letzte kumulative Update (LCU) nicht angeboten werde, solange nicht das aktuellste Servicing Stack Update installiert sei.

Doppelt hält besser – das Update wird zwei Mal installiert.

Das trifft beim Mai-Patchday dieses Jahres ebenso wie bei den kumulativen Updates der Vormonate aber erkennbar nicht zu. Windows 10 V1809 versucht im ersten Durchlauf bereits das anstehende kumulative Update KB4494441 und danach das Servicing Stack Update (SSU) KB4499728 zu installieren. Dieser Vorgang kann auch erfolgreich abgeschlossen werden. Im Nachgang erkennt der Windows Update Client das neueste Servicing Stack Update, startet eine weitere Update-Suche und erhält nach Microsofts Logik (erneut) das aktuellste kumulative Update KB4494441 zur Installation angeboten. Nach dem Motto "doppelt hält besser" installiert das Betriebssystem dieses Update ein weiteres Mal.

Laut Microsoft ist das aber nicht weiter schlimm und der Anwender braucht nichts zu unternehmen. Benutzer mit einer langsamen Internetverbindung oder einem getakteten mobilen Internetzugang dürften dagegen fluchen. Auch Administratoren, deren Windows Server 2019 wegen dieses Updates gleich zwei Mal neustarten müssen, werden nicht in Jubel ausbrechen.

Umgehen kann man dies ggf., indem man das Servicing Stack Update KB4499728 manuell aus dem Microsoft Update Catalog herunterlädt und installiert. Dies ist auch für Installationen von Windows Server 2019 hilfreich, falls diese direkt per Windows Update und nicht per Windows Server Update Services (WSUS) aktualisiert werden.

In verwalteten Unternehmensumgebungen können Administratoren über Produkte wie WSUS steuern, welche Updates freigegeben und zuerst auf den Clients installiert werden. Nach diversen Rückmeldungen scheint die Erkennung der Servicing Stack Updates unter WSUS aber zu klappen, so dass dessen vorrangige Installation sichergestellt werden kann.

Zusätzlich gibt es erste Meldungen von Benutzern, die nahelegen, dass auf einigen Clients der Windows Update Agent durch die Installation des Updates beschädigt wird. Der Windows Update Agent meldet auf betroffenen Maschinen bei der nächsten Update-Suche einen Fehler 0x8024002E ("Agent *FAILED* [8024002E] CheckAccessByPolicy"). (tiw)