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Windows 10 Version 1803 und älter: "Zwangs-Upgrade" auf Version 1903

Microsoft hat begonnen, Systeme mit Windows 10 Version 1803 und älter zwangsweise auf das Mai 2019 Update (Version 1903) zu aktualisieren.

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(Bild: pixabay)

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Am 18. Juni hat Microsoft begonnen, die Verteilung des seit Mitte Mai allgemein verfügbaren Funktionsupdates auf Windows 10 Version 1903 stärker zu forcieren.

Benutzer, die über die Schaltfläche "Nach Updates suchen" in der Windows-Update-Funktion die Suche manuell anstoßen, können das Upgrade bekommen. Ausgenommen sind Geräte, die wegen bekannter Probleme vorerst für das Funktionsupdate geblockt wurden. Denn es gibt noch einige ungelöste Kompatibilitätsprobleme in Windows 10 Version 1903.

Sofern das Upgrade für das System bereit steht, erhält der Anwender im Fenster "Windows Update" eine entsprechende Benachrichtigung. Aber erst bei Anwahl des Hyperlinks "Jetzt herunterladen und installieren" erfolgen Download und die Installation des Funktionsupdates. Der Anwender kann also steuern, wann er diesen Vorgang durchführt – zumindest im Normalfall.

Denn es gibt eine wichtige Ausnahme von dieser Regel: Die Möglichkeit der Upgrade-Steuerung gilt nur ab der Windows-10-Version 1803 aufwärts, sofern die Windows-10-Updates KB4497934 und KB4499183 vom 21. Mai 2019 installiert sind. Bei älteren Windows 10-Versionen, die sich dem Supportende nähern oder die bereits aus dem Support herausgefallen sind, werden anstehende Funktionsupdates ohne weitere Benutzerkontrolle als "Zwangs-Upgrade" durchgeführt.

So läuft etwa der Support für die Home- und Pro-Version von Windows 10 Version 1803 zum 12. November 2019 aus. Microsoft will die Restzeit nutzen, um möglichst viele Maschinen auf das Mai 2019 Update zu aktualisieren. Bis zum November 2019 droht also das besagte Zwangs-Upgrade. Für ältere Windows 10-Versionen wie V 1607, V1703 und V1709 ist der Support bereits ausgelaufen, so dass diese keine Updates mehr erhalten. Auch dort stehen automatische Aktualisierungen ohne Zustimmung der Nutzer an.

Microsoft hatte bereits im Mai angekündigt, alle Windows 10-Versionen, die kurz vor Ablauf des Support-Zeitraums stehen oder deren Support bereits abgelaufen ist, ab Juni zwangsweise per automatischem Upgrade auf das Windows 10 Mai 2019 Update zu aktualisieren. Dass dieser Prozess jetzt gestartet ist, erwähnte das Unternehmen eher beiläufig in einer Mitteilung auf der Statusseite von Windows 10 Version 1903. In diesem Zusammenhang kündigte das Unternehmen auch an, mit dem Aufbau und dem Training eines Machine-Learning (ML)-basierten Update-Verteilungsprozesses begonnen zu haben. Mit diesem wollen man die Verteilung des Funktionsupdates auf älteren Windows-10-Versionen bis einschließlich April 2018 Update (Version 1803) steuern.

Ein länger nicht gebootetes Testsystem des Autors mit einer installierten Windows 10 Version 1703 zeigte bei Tests zwar ein Funktionsupdate auf die Version 1709 an, brach die Installation aber mit einer Fehlermeldung ab. Bei einer erneuten Update-Suche wurde dann ein Funktionsupdate auf Windows 10 Version 1803 angeboten und erfolgreich installiert. Die Windows-10-Version 1709 wurde bei der Installation also übersprungen.

(Bild: Screenshot)

Nach dem Upgrade auf Windows 10 Version 1803 erschien zwar eine Warnung, dass der Support dieser Windows-Version bald ende und ein Update auf 1903 empfohlen werde. Eine mehrmalige Suche nach neuen Updates endete aber mit der Information, dass man dabei sei, das neueste Update "fertigzustellen". Auch eine mehrfach (auf Empfehlung Microsofts) angestoßene nochmalige Upgrade-Suche änderte dies nicht.

Ein schlagartiges Zwangs-Upgrade aller älteren Windows 10-Builds ist also offenbar nicht in Sicht.

Bleiben noch die Altsysteme, die wegen Upgrade-Problemen bisher nicht aktualisiert wurden. Stellt der ML-Algorithmus fest, dass es auf einem System ein bekanntes Upgrade-Hindernis gibt, kommt eine weitere Neuerung zum Tragen. Über die Seite "Windows Update" werden Benutzer neuerdings informiert, wenn ihr System aufgrund bestehender Kompatibilitätsprobleme noch nicht bereit für Version 1903 ist.

Leider teilt Windows 10 auf der Update-Seite keine weiteren Details mit, an was es konkret hängt. Klickt der Benutzer auf die Schaltfläche "Weitere Infos", öffnet Windows 10 die Statusseite von Version 1903. Dort kann sich der Anwender über bekannte "Upgrade-Blocker" informieren und eventuell eine manuelle Problembeseitigung versuchen. Allerdings bietet diese Statusseite nur grobe Anhaltspunkte, und im konkreten Fall mag es gänzlich andere Ursachen für ein verweigertes Upgrade geben.

(Bild: Screenshot)

Abschließend bleibt anzumerken, dass die in diesem Artikel beschriebenen Update-Mechanismen nur für Windows 10 Home- und Pro-Systeme gelten, die über Windows Update direkt mit Aktualisierungen versorgt werden. Windows 10 Enterprise-Systeme, die in Unternehmensumgebungen zum Einsatz kommen, erhalten unter anderem längeren Support. Zudem erfolgt die Verteilung der Updates in der Regel über WSUS, SCCM oder andere Management-Lösungen, so dass die obigen, für die Windows Update-Seite beschriebenen Ansätze nicht zum Tragen kommen.

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(ovw)