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Windows 7: Extended Security Updates auch für kleine und mittlere Unternehmen

Auch kleinere Firmen erhalten den erweiterten Support mit Sicherheitsupdates für Windows 7 bis 2023.

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(Bild: g0d4ather / Shutterstock.com)

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Microsoft will die kostenpflichtigen "Extended Security Updates" (ESU) für Windows 7 ab Dezember nicht nur großen, sondern auch kleinen und mittleren Unternehmen anbieten. Mit dem Angebot der ESU reagiert Microsoft darauf, dass sich das Upgrade von Windows 7 auf eine neuere Version in vielen Unternehmen verzögert.

Am 14. Januar 2020 verteilt Microsoft ein letztes Mal Sicherheitsupdates an alle Windows-7-Systeme. Danach hat das Betriebssystem das geplante Ende des 10 Jahre währenden Supportzeitraums für Sicherheitsupdates erreicht. Dennoch läuft der Umstieg auf Nachfolge-Betriebssysteme schleppend: Drei Monate vor dem Supportende läuft Windows 7 laut aktueller Zahlen des Statistikdienstes Netmarketshare immer noch auf gut 28 Prozent der Windows-Desktop-Systeme.

ESU, eine Supportverlängerung bis Januar 2023, ist Microsofts Antwort auf diese Entwicklung. Sie soll Unternehmen mehr Zeit für den Umstieg verschaffen und ist bereits seit April 2019 erhältlich. Bislang konnte ESU aber nur von (typischerweise eher großen) Unternehmen mit Volumenlizenzen und Software-Assurance-Verträgen genutzt werden. Passende Angebote für Kunden aus dem Bereich kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) fehlten.

Das soll sich nun ändern: In einem neuen Blog-Beitrag mit dem Titel "A new way for small and midsize businesses to stay secure and current" kündigt Jared Spataro, Corporate Vice President for Microsoft 365, die ESU-Ausweitung auf KMU an.

Ab dem 1. Dezember 2019 können Unternehmen jeder Größe demnach ein ESU-Paket über das Cloud Solution Provider (CSP)-Programm von Microsoft-Partnern erwerben. Informationen im Microsoft Partner Center zufolge gilt das Angebot für Windows 7 Professional oder Windows 7 Enterprise – nicht jedoch für Windows 7 Home Premium, egal ob mit oder Volumenlizenzvertrag.

Windows 7 ESU wird auf Gerätebasis verkauft, wobei der Preis jedes Jahr steigt. Über den Preis hüllt sich Microsoft zwar in Schweigen. Es ist jedoch recht wahrscheinlich, dass jene (unbestätigten) Preise gelten werden, die vor einiger Zeit über US-Medien durchsickerten. Diese beginnen für Windows 7 Pro bei 50 US $ pro Gerät beginnen und sollen sich in den Folgejahren verdoppeln.

Microsoft-Partner des Cloud Solution Provider (CSP)-Programms können sich im Microsoft Partner Center über Details informieren.

Privatanwender spekulieren seit Monaten, ob nicht doch eine Supportverlängerung für Windows 7 Home Premium kommt. In dieser Hinsicht hat sich Microsoft zwar noch nicht geäußert, und ein generell ausgeweiteter Support erscheint eher unwahrscheinlich. In der Vergangenheit hat das Unternehmen ältere und aus dem Support herausgefallene Produkte bei kritischen Sicherheitslücken jedoch häufig mit kostenfreien Sicherheitsupdates versorgt.

Kürzlich hat der Anbieter 0patch beziehungsweise das dahinter stehende slowenische Unternehmen ACROS angekündigt, nach dem Windows-7-Supportende monatlich Mikropatches für Sicherheitslücken in Windows 7/Windows Server 2008 zu entwickeln. Wer diese monatlichen Patches haben will, müsste dafür zahlen; allerdings sollen laut der Ankündigung von 0patch auch ausgesuchte Patches für gravierendere Sicherheitslücken kostenfrei bereitgestellt werden. Das gilt explizit auch für Benutzer von Windows 7 Home Premium.

Ob und wie zeitnah 0patch seine Versprechen umsetzen kann, bleibt allerdings abzuwarten. Auch sollten sich Nutzer darüber im Klaren sein, dass sie, wenn sie ein solches Angebot in Anspruch nehmen, einem verhältnismäßig unbekannten Drittanbieter umfangreiche Zugriffsrechte auf ihre Systeme einräumen und letztlich ihre IT-Sicherheit ein Stück weit in seine Hände legen.

Letztlich ist und bleibt ein Wechsel zu einem aktuellen und vom Entwickler offiziell unterstützten Betriebssystem die bessere und sicherere Entscheidung.

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(ovw)