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Windows 7 Release Candidate steht zum freien Download bereit [Update]

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Etwas früher als angekündigt hat Microsoft die Webseite freigeschaltet, über die sich der Release Candidate (RC) von Windows 7 herunterladen lässt, unter anderem in deutscher und englischer Sprache. Für die Zuteilung des CD-Keys ist eine Microsoft Live ID erforderlich. Der Download des RC selbst klappt jedoch momentan nicht zuverlässig – oft bricht der Versuch mit einer Fehlermeldung ab. Microsoft weist darauf hin, dass der RC bis Ende Juli downloadbar sein wird und die Anzahl der CD-Keys nicht limitiert ist.

Der Release Candidate des Windows Server 2008 R2 steht ebenfalls zum freien Download bereit.

Bislang standen beide RCs offiziell nur Microsoft-Partnern sowie MSDN- und Technet-Abonnenten zur Verfügung. Zum Download gibt es ISO-Images, die sich beispielsweise mit dem kostenlosen ImgBurn auf einen DVD-Rohling brennen lassen. Die 32-Bit-Variante des Windows-7-RC ist rund 2,5 GByte groß, als 64-Bit-Version sind es rund 3,2 GByte.

Der RC läuft offiziell bis Anfang März 2010. Danach fährt er alle zwei Stunden runter. Anfang Juni 2010 verweigert er dann den Start

Zum Aktivieren des RC taugen nicht nur die dazu von Microsoft bereitgestellten CD-Keys, sondern auch die Anfang des Jahres verteilten Keys für die Beta-Version. Aktiviert läuft der RC bis Anfang März 2010. Danach fährt der PC alle zwei Stunden herunter. Anfang Juni 2010 verweigert der RC den Start dann endgültig.

Die Installation klappt jedoch auch ohne Eingabe eines Keys, dann läuft der RC 30 Tage. Dieser Countdown lässt sich wie schon unter Vista auf einer mit administrativen Rechten gestarteten Eingabeaufforderung mit dem Befehl slmgr -rearm bis zu drei Mal zurücksetzen.

Als Systemvoraussetzungen nennt Microsoft einen PC mit einer 1-GHz-CPU, 1 GByte RAM (x64: 2 GByte) und 16 GByte Plattenplatz. Das Setup-Programm begnügt sich sogar mit 512 MByte RAM und knapp 6 GByte Plattenplatz, doch auf einem dermaßen mager ausgestatteten PC macht Windows 7 keinen Spaß: Auf einem Acer Aspire One, einem Netbook mit 512 MByte RAM und 8 GByte Flash-Speicher als Festplattenersatz, braucht beispielsweise der Internet Explorer so lange zum Starten, dass Windows ihn zwischendurch für abgestürzt hält. Sobald jedoch wie empfohlen mindestens 1 bis 2 GByte RAM und eine echte Festplatte im Rechner stecken, läuft Windows 7 flüssig, und zwar auch mit Atom-Prozessoren, wie sie das erwähnte Acer-Netbook aufweist.

Windows 7 Release Candidate (6 Bilder)

Windows 7 Release Candidate

Der RC ist fertig. Der Hinweis "Kommentare senden" fehlt im RC, dass er hier zu sehen ist, liegt daran, dass das Setup-Programm unter der Beta gestartet wurde.

Den RC sollte man wie jede andere Beta-Software auf gar keinen Fall auf einem Produktivsystem einsetzen, auch nicht als Parallel-Installation: Das Setup-Programm installiert einen eigenen Boot-Manager auf der Festplatte und überschreibt dabei einen bereits vorhandenen ohne jede Rückfrage. Den RC sollte man also nur auf einem separaten Testrechner oder in einer virtuellen Maschine installieren.

Das Setup-Programm lässt sich wie schon bei Vista auch von einem USB-Stick aus starten, installiert Windows jedoch nicht auf USB-Laufwerke. Auf der Platte landet standardmäßig stets Windows 7 Ultimate, die anderen Versionen lassen sich erst nach dem Entfernen der Datei ei.cfg aus dem Ordner sources installieren.

Der Release Candidate ist "feature complete", es stecken also alle Funktionen drin, die in der finalen Version auch enthalten sein sollen. Dazu zählen schon von der Beta-Version bekannte Funktionen wie die Homegroups, Bibliotheken im Explorer oder die neue Taskleiste. Es gibt im RC aber auch Neues zu testen, etwa das geänderte Autorun-Verhalten, Bitlocker to go zum Verschlüsseln von USB-Laufwerken oder AppLocker, Microsofts erweiterter Nachfolger der Software Restriction Policies (SRP), mit denen Administratoren den Start oder die Installation ungewollter Software durch den Anwender verhindern können. Was sich laut Microsoft aus Sicht eines Privatanwenders beim RC geändert hat, beschreibt ein Eintrag im Firmenblog.

Nicht mit im RC steckt der "XP-Modus". Wer den testen möchte, muss sich eine spezielle Version von Virtual PC und eine virtuelle Maschine, in der bereits ein XP vorinstalliert ist, separat herunterladen (den Download-Link will Microsoft heute noch freischalten). Das wird auch bei der finalen Version von Windows 7 so sein. Die Besonderheit des XP-Modus: Microsoft liefert eine separate Lizenz für XP, die man parallel zu Windows 7 in der VM nutzen darf, es ist also keine eigene Lizenz für das virtuelle XP erforderlich. Anwendungen, die in dieser XPM-VM installiert werden, erscheinen zusätzlich im Startmenü von Windows 7. Startet man sie von dort, laufen sie nahtlos direkt auf dem Desktop von Windows 7, ohne dass etwas anderes von der XPM-VM zu sehen ist. Bei anderen Desktop-Virtualisierungslösungen heißt eine solche Funktion etwa "Unity" (VMware Workstation), "nahtloser Modus" (Virtual Box) oder "Kohärenz" (Parallels Desktop).

Die finale Version von Windows 7 will Microsoft laut offizieller Sprachregelung drei Jahre nach Vista veröffentlichen, das wäre das erste Quartal 2010. Es wird jedoch mittlerweile allgemein damit gerechnet, dass das neue Windows deutlich früher fertig werden dürfte: zirka im Oktober. Anschließend bekommen Hard- und Software-Hersteller noch einige Zeit, um ihre Produkte an Windows 7 anzupassen. Die Auslieferung würde dann rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft beginnen.

Update: Der XP-Modus steht nun zum Download bereit.

Siehe zu Windows 7 auch:

Weitere Informationen zum Release Candidate von Windows 7 finden Sie in der nächsten Ausgabe der c't 11/09. (axv)