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Windows 8 on ARM kommt mit Desktop

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Windows 8: Auch auf ARM-Geräten gibts nicht bloß die Metro-Kacheln.

(Bild: Microsoft)

In einem sehr langen Blog-Eintrag erläutert Microsoft-Manager Steven Sinofsky eine Fülle von Details der kommenden Windows-on-ARM-(WOA-)Geräte. Zu den wichtigsten Klarstellungen gehört, dass es auch diese Mobilgeräte erlauben werden, den gewohnten Desktop zu verwenden. Hier stehe dann beispielsweise auch der Explorer zur Verfügung, um mit Dateien zu arbeiten. Wie bereits spekuliert worden war, besitzt der in einem kurzen Video gezeigte Windows-8-Desktop keinen Start-Knopf mehr.

Auf den per TPM und UEFI Secure Boot verriegelten ARM-Systemen wird man ausschließlich Software aus dem kommenden Windows Store installieren können. Auch andere Betriebssysteme lassen sich nicht aufspielen. Das Ausschalten dieser "Connected Standby"-Systeme ist nicht vorgesehen – sie sind wie Smartphones dazu gedacht, immer online zu sein.

Die für den 29. Februar vorgesehene "Consumer Preview"-Vorabversion von Windows 8 werde allerdings weiterhin nur auf Rechnern mit x86- oder x64-Prozessoren von AMD, Intel oder VIA laufen, so Sinofsky – sie ist aber ausdrücklich für jedermann gedacht und ohne Bürokratie installierbar, und zwar zumindest auf jedem PC, der die Logo-Anforderungen von Windows 7 erfüllt.

Microsoft werde manchen Entwicklern Zugriff auf WOA-Systeme ermöglichen, die jedoch nichts mit den endgültigen Produkten zu tun hätten. Man plane, dass letztere ungefähr zeitgleich mit den ersten Windows-8-x86-PCs auf den Markt kommen werden. Sinofsky stellte ausdrücklich klar, dass Microsoft heute noch nicht verrate, welche Windows-8-Editionen geplant seien. WOA-Systeme sollen sich jedenfalls so deutlich von Geräten mit x86-/x64-Prozessoren unterscheiden, dass keine Verwechselungsgefahr bestehe.

Der Desktop zeigt unter Windows 8 zumindest auf ARM-Geräten keinen Start-Knopf.

Sinofsky wiederholt einige der schon bekannten Angaben zu WOA: Darauf soll etwa auch eine ARM-Version des kommenden "Office 15" laufen, und zwar als Desktop-Applikation, also nicht als Kachel unter der Touch-Oberfläche Metro. Er erklärt auch, dass sich viele verschiedene Programmiersprachen für WOA-Apps eignen, solange das Code-Target die WinRT API sei. Abermals stellt er aber klar, dass auf WOA-Systemen kein x86- oder x64-Code läuft – wer so etwas wünsche, könne ja eines der ganz ähnlichen Systeme mit "dem auf der CES gezeigten" Intel Atom (Z2460) kaufen. Auch AMD hat mit dem Z-01 einen Tablet-Prozessor im Angebot.

Windows Update wird für WOA-Systeme so erweitert, dass sich selbst Firmware-Upates einspielen lassen. Treiber sollen – ausschließlich – via Windows Update oder Store kommen. Ein Druckertreiber für viele verschiedene Druckertypen sei von Anfang an dabei. Welche sonstigen USB-Geräte unterstützt werden, erläutert Sinofsky nicht genau. Auch auf die Grafiktreiber geht er ein: Jeder der ARM-SoC-Partner – bisher wurden Nvidia, Qualcomm und TI benannt – habe einen DirectX-Treiber entwickelt. Es wird spannend, ob die PowerVR-SGX544-GPU, die etwa TI im OMAP4470 verwendet, unter WOA performanter arbeiten als die PowerVR-GPUs in den aktuellen Intel-Atoms N2800 oder D2700 unter Windows 7. (ciw)

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