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Windows 8 wird schneller starten

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Beim Booten werde Windows 8 mit der Tradition seiner Vorgänger brechen, versprechen die Microsoft-Entwickler in ihrem Blog, in dem sie wohlkalkuliert über Details der kommenden Version des Betriebssystems plaudern. Demnach soll Windows 8 beim Neustart nicht mehr Schicht für Schicht vom Massenspeicher geladen und im Arbeitsspeicher frisch initialisiert werden, sondern flott aus Teilen eines herkömmlichen Kaltstarts und einer Fortsetzung aus dem Ruhezustand (englisch Hibernate, auch Suspend-to-Disk) zusammengemischt werden.

Auslöser für diesen Paradigmenwechsel war offenbar die Beobachtung, dass etwa die Hälfte aller Windows-7-Nutzer ihre Rechner in Arbeitspausen lieber herunterfahren, anstatt sie in den Energiesparmodus oder Ruhezustand zu versetzen. In der Folge erleben sie den Boot-Vorgang jedesmal in voller Länge. Die Microsoft-Entwickler haben als Ursache dafür ausgemacht, dass es den Anwendern offenbar unangenehm ist, dass der Rechner einerseits im Energiesparmodus (Sleep) weiterhin Strom für den Arbeitsspeicher verbraucht, sie aber andererseits nach dem Aufwecken aus dem Ruhezustand kein frisch gebootetes System zur Hand haben. Daraus leiteten die Microsoft-Entwickler als Ziel ab, den Bootvorgang bei Windows 8 möglichst kurz zu gestalten, ohne dass der Rechner im ausgeschalteten Zustand Energie verbraucht oder einen zuvor gezielt eingefrorenen kompletten Systemzustand fortsetzt.

Ihre Lösung: Beim Herunterfahren eines Windows-8-Systems wird zwar die Anwendersitzung inklusive aller Prozesse regulär beendet, der eigentliche Kernel hingegen wird in den Ruhezustand geschickt und sein aktueller Zustand auf der Festplatte gepuffert. Startet man den Rechner neu, wird die Kernel-Session von der Festplatte in den Arbeitsspeicher gespiegelt. Anschließend beginnt der Anwender über den Log-in-Bildschirm eine frische User-Session. Laut Testläufen von Microsoft soll das einen doppelten Geschwindigkeitsvorteil bringen. 1. Der Kernel ist schneller aus dem Ruhezustand geweckt als neu gestartet. 2. vermeidet man, was gerade Anwendern mit viel RAM im Rechner den Ruhezustand bisher oft verleidet hat: Muss nicht nur der Kernel, sondern der komplette Systemzustand samt Desktop und Anwendersitzung sowie laufender Anwendungen und darin geöffneter Dateien von der Festplatte rekonstruiert werden, dauert das bei bisherigen Windows-Versionen oft länger als ein regulärer Neustart.

Für zusätzlichen Kick soll sorgen, dass Mehrkernprozessoren jetzt parallel an der Wiederherstellung des RAM-Zustands von der Festplatte arbeiten. Die Microsoft-Entwickler berichten, bei ihren Tests würde Windows 8 mit der neuen Boot-Methode auf den meisten Systemen 30 bis 70 Prozent schneller starten als Windows 7.

Windows 8 soll nach Aussage von Steve Ballmer im Jahr 2012 erscheinen. Es wird allerdings erwartet, dass Microsoft auf seiner Build-Konferenz vom 13. bis 16. September im kalifornischen Anaheim eine Beta-Version vorstellen wird. (pek)

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