Windows Media Player 11 als Beta für Windows XP freigegeben [Update]

In der Version 11 von Microsofts Media-Player-Software wurde die bekannte Bedienoberfläche in weiten Teilen beibehalten. Parallel zur Freigabe der Beta-Version starten MTV und Microsoft ihren Musik-Dienst Urge.

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Von
  • Sven Hansen

Microsofts Windows Media Player 11 [Klicken für vergrößerte Ansicht]

Der bisher nur in Beta-Versionen von Microsofts neuem Betriebssystem Vista verfügbare Windows Media Player 11 (WMP11) ist nun auch als Beta-Version für Windows XP erhältlich. Die von der Vorversion bekannte Bedienoberfläche wurde in weiten Teilen beibehalten, in einzelnen Details finden sich aber durchaus Verbesserungen. So wurde die Darstellung der Medienbibliothek überarbeitet; sie ermöglicht ein schnelleres Durchsuchen umfangreicher Musik-, Foto- und Videoarchive. Neu ist die Möglichkeit, auch Fotosammlungen mit dem WMP11 zu verwalten. Zu bestimmten Zeitpunkten aufgenommene Fotos landen dabei ebenso auf einem Stapel wie Alben gleicher Interpreten (siehe Bild).

Kleine Pfeile unterhalb der Hauptnavigationselemente ermöglichen nun ein direktes Anspringen der wichtigsten Optionen; unter dem Punkt "Vom Medium kopieren" findet man zum Beispiel die möglichen Kompressionsformate und Bitraten. Die Synchronisation von mobilen Playern ist übersichtlicher gestaltet. Ein Infofenster gibt einen Überblick über Speichergröße und Füllstand des angeschlossenen Gerätes. Der Player soll nun auch das Transkodieren von DRM-geschützten Inhalten erlauben – interessant zur Übertragung von Filmen aus Video-on-Demand-Angeboten auf mobile Endgeräte.

In den USA startet MTV in Zusammenarbeit mit Microsoft wie angekündigt den Musik-Onlinedienst Urge, der demnächst auch in Europa verfügbar sein soll – für Urge dient der Windows Media Player 11 als Download-Client. Die Beta-Version des WMP11 steht – auch in deutscher Sprache – ab sofort zum Download bereit.

[Update]:
Der WMP11 unterstützt beim Brennen von Mediensammlungen "Disc Spanning", gestattet es also Zusammenstellungen, die nicht auf eine Disc passen, auf mehrere zu verteilen. Mittels Advanced Audio Fingerprinting kann der Media Player fehlende Coverart aus dem Internet herunterladen. Alternativ kann man die Bildchen auch per Cut&Paste auf einen Platzhalter kopieren.

Wer die Beta auf einem Rechner mit Windows MCE 2005 installiert, muss mindestens das Update Rollup 2 der MCE eingespielt haben. Während die Vista-Variante des WMP11 via UPnP selbst Medien ins Netz streamt, ist die XP-Version auf Windows Media Connect angewiesen. Deinstalliert man die Beta, stellt auch der Streamingserver den Dienst ein. Er lässt sich jedoch wieder in Betrieb nehmen.

Der Media Player 11 bringt eine Beta-Version des von der SMPTE standardisierten VC-1-Codec mit, einer Verallgemeinerung von WMV9. Zwar enthielt bereits der Windows Media Player 10 (und das Windows Media Format SDK 9.5) einen "Windows Media Video Advanced Profile"-Codec (WMVAP) – Microsofts Implementierung von VC-1 –, doch stammte dieser von aus Zeiten vor der endgültigen VC-1-Spezifikation. WMVAP ist nicht zu VC-1 kompatibel und sollte nicht mehr benutzt werden. Mehr Details finden sich hier.

Einige Funktionen bereiten in der Beta noch Probleme oder fehlen ganz: So unterstützt nur die englischsprachige Version integrierte Webshops, alle anderen vertröstet Microsoft auf die endgültige Fassung der Software. (sha)