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Windows-Raubkopien: PC-Fritz-Gründer verhaftet

Die Behörden gehen weiter gegen die Hintermänner des Online-Händlers PC Fritz vor. Nach der jüngsten Razzia mit drei Verhaftungen wurde nun auch der Gründer und Ex-Geschäftsführer des Unternehmens Maik Mahlow festgenommen.

Der Gründer des umstrittenen Online-Händlers "PC Fritz" ist offenbar verhaftet worden. Das erfuhr heise online am Freitag aus Ermittlungskreisen, die damit einen entsprechenden Bericht der Bild bestätigten. Demnach haben Zielfahnder den 37-jährigen Maik Mahlow in Kassel festgenommen. Die Fahnder sollen ihn anhand von Facebook-Einträgen gefunden haben. Die zuständige Staatsanwaltschaft war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Maik Mahlow setzt sich gerne in Szene.

(Bild: PC Fritz)

PC Fritz steht sein Monaten im Visier der Behörden. Der Online-Händler hat unter anderem Windows-Betriebssysteme zu stark reduzierten Preisen angeboten. Nach Überzeugung von Zoll und Staatsanwaltschaft hat PC Fritz gefälschte Windows-DVDs verkauft. Das Unternehmen behauptet hingegen, es handle mit originalen Recovery-DVDs und OEM-Lizenzen von PC-Herstellern wie Dell. Dabei berief sich der Anbieter auf ein Urteil des Bundesgerichtshofs, das den separaten Verkauf von OEM-Lizenzen grundsätzlich billigt.

Vor drei Wochen hatten Zollfahnder in Berlin Wohn- und Geschäftsräume von PC-Fritz-Mitarbeitern durchsucht und drei Verantwortliche verhaftet. Über die Identität der Verhafteten machten die Behörden keine Angaben. Nach Informationen von heise online ist Mahlow nun der vierte maßgeblich Verantwortliche des Unternehmens, der verhaftet wurde.

Die Staatsanwaltschaft Halle und das Zollfahndungsamt Dresden ermitteln "wegen des Verdachts des banden- und gewerbsmäßigen Betrugs durch die Einfuhr und den Verkauf von gefälschten Betriebssystemen der Firma Microsoft". Im Zuge der Ermittlungen waren im September 2013 rund 170.000 Datenträger bei PC Fritz beschlagnahmt worden. Dabei hat es sich den Ermittler zufolge "durchweg um Fälschungen" gehandelt.

Seither soll es den Behörden nach Informationen von heise online auch gelungen sein, einen Großauftrag für gefälschte Windows-DVDs zu vereiteln. Mitarbeitern in einem Presswerk war demnach ein Auftrag über 1,5 Millionen Installations-DVDs für Windows 7 komisch vorgekommen und sie fragten bei Microsoft nach. Der Auftrag habe sich direkt zu PC Fritz zurückverfolgen lassen. Inzwischen hat das Unternehmen mehrfach umfirmiert und den Geschäftsführer gewechselt. Windows-7-DVDs verkauft PC Fritz derzeit nicht mehr.

Die Ermittlungen waren durch eine Strafanzeige von Microsoft ins Rollen gekommen. Der Softwarekonzern darf seine Vorwürfe im Moment nicht öffentlich wiederholen: PC Fritz hatte im September vergangenen Jahres eine Einstweilige Verfügung erwirkt, die Microsoft unter anderem verbietet zu behaupten, dass PC Fritz mit Raubkopien handele. Microsoft hat gegen die Verfügung Widerspruch eingelegt; das Verfahren läuft noch. (vbr)

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