Windows Subsystem for Linux: Microsoft aktualisiert Kernel über Windows Update

Mit der kommenden Version 2004 erhält Windows 10 das Windows Subsystem for Linux 2. Der Linux-Kernel bleibt über Windows Update aktuell.

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(Bild: StockStudio/Shutterstock.com)

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Microsoft hat angekündigt, das Windows Subsystem for Linux 2 (WSL2) mit der kommenden Version 2004 von Windows 10 allgemein verfügbar zu machen. Mit diesem Schritt soll auch der Linux-Kernel im WSL2 automatisch über die Windows Updates aktualisiert werden; bislang müssen Benutzer der Vorschauversion das manuell erledigen.

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Wie Microsoft in einem Blogbeitrag mitteilt, sollen die Linux-Kernel-Updates für WSL2 mit Windows 10 Version 2004 über die regulären Windows-Updates laufen, über die etwa auch Windows-Gerätetreiber aktuell gehalten werden. Damit gehört das bisher erforderliche manuelle Aktualisieren im Rahmen des Insider-Programms der Vergangenheit an – bislang waren die Linux-Kernel an das Windows-Betriebssystemimage gebunden. Allerdings ist auch nach dem Erscheinen von Windows 10 Version 2004 für eine Übergangszeit von "einigen Monaten" ein einmaliges manuelles Installieren der Kernel-Update-Komponente als MSI-Paket erforderlich. Anschließend bezieht WSL2 die Linux-Kernel-Updates automatisch über Windows Update. Ab einem kommenden Update für Windows 10 dürfte dieser Schritt dann entfallen.

Die Kompatibilitätsschicht Windows Subsystem for Linux richtet sich in erster Linie an Entwickler, die zeitweise bestimmte Linux-Dienste starten wollen (etwa Docker-Container oder Webserver) und dafür nicht jedes Mal eine vollständige (und ressourcenintensive) virtuelle Maschine starten wollen. Das ursprüngliche WSL1 gibt es seit dem Build 1607 von Windows 10 und Build 1704 von Windows Server, es verwendet lediglich eine API-Übersetzung und ist in seinen Möglichkeiten und bei der Performance beschränkt; außerdem hinkt die von Microsoft entwickelte Übersetzungsschicht der Kernelentwicklung von Linux hinterher.

Mit WSL2 führte Microsoft 2019 eine "leichtgewichtige" und performantere virtuelle Maschine basierend auf Hyper-V-Funktionen ein, die einen echten Linux-Kernel nutzt. Damit startet und läuft Linux unter Windows schneller und belegt weniger Hauptspeicher. Außerdem lassen sich mit WSL2 Linux-Treiber nutzen. Schon bei der Einführung 2019 wies Microsoft darauf hin, dass in Zukunft die Aktualisierungen des Linux-Kernels über Windows Update laufen würden.

Bislang ist WSL2 als Vorabversion Teil der Windows 10 Insider Preview. Das nächste große Update für Windows 10 wird die Nummer 2004 tragen – entgegen dem bisherigen Schema, das die Monatsangaben 03 und 10 für März und Oktober verwendet. Microsoft möchte mit der Zahl 2004 wohl Verwechslungen mit Windows Server 2003 vermeiden. Mit der Veröffentlichung dieses Updates ist also frühestens im April dieses Jahres zu rechnen. (tiw)