Menü

Windows erobert die Fabrikhallen

vorlesen Drucken Kommentare lesen 245 Beiträge

Bislang trauten die Ingenieure Microsofts Betriebssystem nicht über den Weg. Für Echtzeitanwendungen in der Automation galt das System als zu instabil – ABM (anything but Microsoft) hieß die Devise. Doch die Zeiten ändern sich. Auf der National Manaufacturing Week in Chicago, der größten Industriemesse in den USA, spielten Windows-basierte Industrieanwendungen eine große Rolle. Nicht zuletzt wegen Windows CE 3.0, das im Juni eingeführt wurde. Seine Realtime-Performance überzeugt und übertrifft teilweise die den Markt dominierenden PLCs (programmable logic controller).

Aber Microsoft-Betriebssysteme bieten noch weitere Vorteile. "Mit Windows bekommen wir Zugang zu Tausenden Software-Anwendungen und Millionen von Entwicklern, die Visual Basic und C-Programmierung aus dem Effeff beherrschen", sagte James Fall, CEO von Manufacturing Data System, gegenüber eetimes.com. Selbst die simple Allgegenwart der Microsoft-Betriebssysteme fördert ihre Akzeptanz in den Fabrikhallen. "Die Leute kennen sich mit Windows gut aus", erklärt Jerry Yen, Manager bei einem Zulieferer von General Motors. "Es ist leicht zu programmieren und sehr gut zum Darstellen von Grafiken geeignet." Nicht nur bei General Motors, sondern auch beim Konkurrenten DaimlerChrysler werkelt Windows in der Produktion. Bei der Inbetriebnahme habe man dadurch zwölf Wochen gespart, teilte das Unternehmen mit.

Bislang setzt Microsoft bei industriellen Anwendungen gerade mal 50 Millionen US-Dollar um – der Gesamtmarkt umfasst sieben Milliarden US-Dollar. Doch auch Linux könnte bei Steuerung und Automation bald an Gewicht gewinnen. Experten glauben, dass es nur eine gewisse Zeit brauche, bis Linux auch in diesem Bereich akzeptiert werde. (hod)