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Windows könnte Xbox-Spiele bald ohne Port unterstützen

Mit State of Decay testet Microsoft die native Installation von Xbox-Spielen auf dem Windows-PC. Können sich Entwickler bald die Portierung sparen?

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Xbox

Besucher der Gamescom fotografieren sich in Köln vor dem Logo der Spielekonsole Xbox.

(Bild: dpa, Oliver Berg/Archiv)

Microsoft testet die native Installation von Xbox-Spielen auf dem Windows-PC. Einige Windows-Nutzer nehmen an einem Test-Programm teil, in dessen Rahmen das Spiel State of Decay heruntergeladen werden kann. Der Clou: Das Spiel wird nicht aus dem Windows Store (serverdl.microsoft.com) geladen, sondern von den Servern, die normalerweise für die Xbox reserviert sind (assets1.xboxlive.com).

Herausgefunden hat das das US-Magazin von Paul Thurrott. Demnach liegen die Dateien im .xvc-Format vor, das auch für Xbox-One-Spiele verwendet wird. Diese Dateien kann man per Powershell installieren, auch DirectX wird dabei installiert. Das Spiel landet schließlich nativ auf dem Rechner, wird also nicht in eine Sandbox abgelegt. In der Praxis bedeutet das, dass ein Nutzer gar nicht mitbekommt, dass er gerade ein Xbox-Spiel auf dem PC installiert hat.

Was genau hinter dem Test steht, ist nicht klar. Microsoft hatte ihn bereits Anfang Februar in einem Blog-Eintrag zur Preview Build 18334 angekündigt. Der Blog-Eintrag gibt allerdings kaum Informationen über den Test. Die ausgewählten Teilnehmer können State of Decay kostenlos spielen, heißt es nur, und sollen ihre Erfahrungen mit dem Download- und Installationsvorgang an Microsoft weitergeben.

Spannend ist die Entwicklung deshalb, weil Entwickler bisher separate Versionen für Microsofts Windows-PCs und Xbox-Konsolen entwickeln – beziehungsweise, das ist die gängige Praxis, die Konsolenfassung für den PC portieren müssen.. Selbst Spiele, die an Microsofts Play-Anywhere-Programm teilnehmen, bei dem man für eine einmalige Zahlung beide Versionen bekommt, liegen also in zwei unterschiedlichen Fassungen vor.

Eine einheitliche Version für Xbox und PC würde den Entwicklern Zeit sparen. Auch Spiele, die aus Zeit- oder Kostengründen bisher keine PC-Version bekommen haben, könnten so künftig auf dem PC landen – Red Dead Redemption 2 ist zum Beispiel so ein Spiel.

Andererseits stellt sich die Frage, wie solche Spiele dann für den PC optimiert würden. In den Rechnern steckt eine Vielfalt verschiedener Hardware, die anpassbare Grafikeinstellungen verlangt. Konsolenspiele sind dagegen meist gezielt auf zwei feste Konfigurationen optimiert, eine für die Xbox One und eine für die Xbox One X.

Offen ist auch, welche Entwickler an einem solchen, universellen Ökosystem überhaupt teilnehmen dürfen oder wollen. State of Decay wurde von Undead Labs entwckelt – einem Studio, das mittlerweile zu Microsoft gehört.

Microsoft arbeitet aktuell an Project xCloud, einem Cloud-Gaming-Dienst. Bei xCloud werdne Spiele von Unternehmensservern auf beliebige Endgeräte gestreamt. Für PC-Nutzer wäre das ein weiterer Weg, Konsolen-Exklusivspiele auf ihren Rechner zu bekommen. Die offizielle Ankündigung von Project xCloud steht allerdings noch aus. (dahe)