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Windows on ARM: Microsoft soll an x64-Emulation arbeiten

Mit einer Emulation von 64-Bit-x86-Apps für Windows on ARM ließe sich das Software-Angebot auf Always-Connected-PCs deutlich ausbauen.

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(Bild: Microsoft)

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Microsoft könnte in Zukunft auch für x86-64-Bit-Prozessoren gedachte 64-Bit-Programme auf Always-Connected-PCs mit Windows on ARM bringen. Das wäre eine mögliche Lösung, um das bisher knappe Software-Angebot zu erweitern, mit dem unter anderem das junge Surface Pro X zu kämpfen hat. In diesem steckt Qualcomms System-on-Chip (SoC) SQ1, eine angepasste Variante des Snapdragon 8cx mit ARM-Rechenkernen.

Microsofts zweiter Anlauf eines ARM-basierten Windows-Betriebssystems – dieses Mal mit ARM64 – droht derzeit am Software-Mangel zu scheitern. Laut dem Windows-Magazin Neowin verlässt sich Microsoft nicht nur auf Entwickler, um die Software-Lücke mit nativen Apps zu schließen. Der x64-Emulator soll allerdings erst mit dem 21H1-Update 2021 kommen. Gegen Ende 2020 könnte demnach die Testphase anlaufen.

Bisher ermöglicht Microsoft über seinen WOW64-Layer die Emulation von 32-bittigen x86-Apps auf Windows on ARM. Selbst bei den eigenen Office-Apps kommt der Emulator zum Einsatz. Jedoch setzen viele rechenintensivere Programme eine 64-Bit-Umgebung voraus und funktionieren deswegen nicht auf Windows-PCs mit ARM-Prozessor. Die Emulation von x64-Apps ist komplizierter und potenziell leistungshungriger, vor allem wenn x86-spezifische Instruktionen wie AVX oder SSE ins Spiel kommen – langsam wäre aber immer noch ein Fortschritt gegenüber unmöglich.

Zu guter Letzt käme bei einer x64-Emulation auch die Firma AMD ins Spiel, welche die Patente an x64 alias x86-64 alias AMD64 hält (und im Rahmen eines Patentabkommens an Intel lizenziert). Schon 2017 bahnte sich ein Rechtsstreit zwischen Microsoft und Intel an, weil Microsoft damals ohne Absprache einen x86-Emulator für sein ARM-Windows anbot. (mma)