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"Wir wollen hier in Flensburg kein zweites BenQ"

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Mehrere hundert Beschäftigte haben am heutigen Freitag gegen die beschlossenen Entlassungen des Handyherstellers Motorola in Flensburg protestiert. "Wir wollen hier in Flensburg kein zweites BenQ", erklärte der IG-Metall-Geschäftsführer Meinhard Geiken. "Wir bieten unsere Hilfe an", sagte Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU). Nach Polizeiangaben nahmen bis zu 500 Menschen an der Kundgebung teil. Das Unternehmen hatte am Donnerstag bekannt gegeben, die Fertigung von UMTS-Geräten nach Asien zu verlagern. Damit fallen in Flensburg 230 Arbeitsplätze weg.

Zudem wird die Sparte Logistik und Transport mit rund 650 Flensburger Beschäftigten verkauft. Kostenüberprüfungen in "einer der am härtesten umkämpften Branchen der Welt" hätten zu dem Schritt geführt, hatte der Motorola-Deutschland-Chef Ralf Gerbershagen erklärt. Von den derzeit mehr als 1000 Beschäftigen in Flensburg werden "mehrere hundert" im Unternehmen bleiben, sagte Gerbershagen. Bereits im Herbst 2003 waren von damals 1800 Mitarbeitern 600 entlassen worden, weil die Produktion weitgehend nach China verlagert wurde. In den besten Zeiten hatte das Werk mehr als 3000 Beschäftigte.

Geiken forderte eine "vernünftige Abfindungsregelung" mit zwei Gehältern pro Beschäftigungsjahr sowie eine Auffanggesellschaft, in der die entlassenen Mitarbeiter weiterqualifiziert werden. "Wir haben Verantwortung für die, die arbeitslos werden", betonte Geiken. Zudem werde sich die IG Metall für die Sicherung der Beschäftigung und Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter einsetzen, die bei Motorola bleiben. Er kündigte für die kommenden Monate mehrere Protestaktionen und Kundgebungen in Flensburg an. "Es werden weitere kommen", betonte Geiken. (dpa) / (pmz)