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Wirbel um Bertelsmanns File-Sharing-Strategie

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Der New-Economy-Zeitung Net Business war es am gestrigen Montag eine Titelseite wert: Bertelsmann entwickelt neben Napster still und heimlich noch ein weiteres File-Sharing-Programm unter dem Namen Snoopstar.

Einen ersten Bericht über die Existenz von Snoopstar gab es am fünften Februar diesen Jahres bei heise online, als im Newsticker der Start des Snoopstar-Betatests gemeldet wurde. Damals wurde die Software als "Power-Napster für Dauer-Sauger" bezeichnet. Doch schon kurz darauf war das Programm nicht mehr verfügbar, der Betatest offenbar beendet. Noch bevor die Website ganz dicht gemacht wurde, entdeckte ein aufmerksamer Leser im Job-Bereich der Site den Hinweis "Snoopstar is a Bertelsmann spin-off located in Hamburg (Germany) and soon New York (USA)."

Als bekannt wurde, dass auch die Kontaktmöglichkeiten zum Inhaber der Snoopstar-Domain auf Verbindungen zu Bertelmsann Media Systems hinweisen, machte man offensichtlich bei Snoopstar lieber die Schotten dicht. Man ahnte wohl, dass ein unvorsichtiges Vorgehen solche Titelbilder wie das der gestrigen Net Business provozieren kann. Offizielle Stellungnahmen sind nicht zu haben oder verlegen sich auf Dementis. Gegenüber US-Medien erklärte ein Bertelsmann-Sprecher, der Snoopstar-Betatest sei wegen der Zusammenarbeit mit Napster beendet worden, das Projekt praktisch abgeschrieben und sowieso nur ein Testlauf unter vielen.

Mehr zu den Experimenten bei Bertelsmann in Telepolis: Bertelsmanns geheime Gnutella-Experimente (ame)