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Wirbel um Kasperskys Russland-Verbindungen

US-Behörden warnen Privatunternehmen vor Geschäftsbeziehungen mit Kasperspy Lab. Medien berichten von angeblich als echt bestätigten Mails über dessen Russland-Kontakte, doch Kaspersky dementiert das.

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Wirbel um Kasperskys Russland-Verbindungen

Das FBI informiert US-Unternehmen, das IT-Sicherheits-Softwarehaus Kaspersky Lab sei eine unannehmbare Bedrohung für die nationale Sicherheit der USA, berichtet das Magazin Cyberscoop unter Bezug auf aktuelle und ehemalige US-Amtsinhaber. Der Sicherheitsspezialist steht schon lange bei US-amerikanischen Sicherheitsbehörden ebenso wie bei einigen Medien im Verdacht, mit dem russischen Inlandsgeheimdienst FSB zusammenzuarbeiten und diesem bei Cyber-Angriffen zu assistieren. Das Magazin Bloomberg Newsweek hat im Juli berichtet, ihm lägen E-Mails zum Beweis von Kasperskys Russland-Kontakten vor, und Kaspersky habe die Authentizität dieser internen Mails bestätigt.

Nun hat sich Kaspersky über ZDnet mit einem offiziellen Dementi gemeldet: "Kaspersky Lab hat die Echtheit der E-Mails, die der Mediendienst zu kennen behauptet, niemals bestätigt. Dieser sei nicht einmal bereit, diese E-Mails zur Überprüfung vorzuzeigen, um seine anonyme Quelle zu schützen. Kaspersky habe jedoch seine Archive gründlich nach Dokumenten durchsucht, auf die sich diese Mails beziehen könnten. Gefunden habe man dabei eine interne Nachricht mit alltäglicher Geschäftskonversation über Produktentwicklung. Diese E-Mail könnte es sein, auf die sich Bloomberg bezieht. In der Mail gehe es darum, zum Schutz vor DDoS-Attacken mit IT-Providern zusammenzuarbeiten, um Angreifer zu identifizieren und Gegenmaßnahmen einzuleiten.

Der Bloomberg-Artikel behaupte zwar, zu diesen Gegenmaßnahmen gehöre auch, den FSB mit Echtzeit-Erkenntnissen über Hacker-Aufenthaltsorte zu versorgen und FSB sowie die russische Polizei bei Razzien zu unterstützen. Doch Kaspersky stellt klar, es arbeite nicht mit Internet-Hosts zusammen; die Kooperation mit einschlägigen Anbietern im Zusammenhang mit der DDoS-Abwehr diene nur dem Zweck, dass diese auf ihrem eigenen Level Angriffe blockieren könnten, bevor schädlicher Datenverkehr die angegriffene Website erreicht.

Überhaupt gehe Kaspersky weltweit – auch in Russland – Behörden zur Hand, Cyber-Bedrohungen zu bekämpfen, indem es IT-Sicherheits-Expertise bereitstelle. Wenn es russischen Behörden helfe, liefere es ausschließlich technisches Wissen, um während der Untersuchungen Kriminelle dingfest zu machen und um Beweise zu sammeln.
(hps)

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