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Wirbel um Spiele-Verbot in Griechenland

In Griechenland ist das Spielen in öffentlich zugänglichen Einrichtungen verboten. Ein entsprechendes Gesetz mit der Bezeichnung 3037 hat das Parlament kürzlich verabschiedet. Darin wird festgehalten, welche Arten von Spielen verboten sind: "elektrische Spiele" (Artikel 1, b.), "elektromechanische Spiele" (Artikel 1,c.) und "elektronische Spiele" (Artikel 1,d.). Spiele, die man mit reiner Muskelkraft betreibt (Artikel 1, a.), sind davon nicht betroffen. So genannte "Entertainment technical games" (Artikel 1, e.), die ausschließlich auf der Fähigkeit und dem Wissen des Spielers beruhen, sind ebenfalls deutlich als nicht verboten gekennzeichnet.

Offenbar schließt der Punkt "elektronische Spiele" Computerspiele mit ein -- der griechische Verband der Internetcafés, Netcafe, jedenfalls scheint nach seiner Übersetzung des Gesetzestextes davon auszugehen. Dementsprechend kritisiert er das Gesetz scharf. Außerdem hat der Verband eine Online-Petition gestartet, da bereits jetzt wegen des Gesetzes Internetcafés schließen würden und die ersten zwei Betreiber wegen illegalen Anbietens von Spielen vor Gericht gezerrt worden seien.

Eindeutig verboten ist das Anbieten von Spielen der Kategorien b, c und d in der Öffentlichkeit. Artikel 2 des neuen Gesetzes besagt, dass solche (Computer-)Spiele beispielsweise in Hotels, Cafeterias, Hallen oder anderen öffentlich zugänglichen Plätzen nicht gestattet sind. Anscheinend gilt dies auch für das Spielen in der eigenen Wohnung oder mit Freunden -- unklar ist dabei, ob nur für den Fall, dass dies öffentlich angeboten wird.

Die Initiative der griechischen Regierung und die Entscheidung des Parlaments wird auf zahlreichen Webseiten und in Foren von Spiele-Fans heftig kritisiert. So wurde unmittelbar nach Bekanntwerden der Gesetzgebung eine Online-Petition gestartet, in die sich derzeit über 7900 Internet-Nutzer eingetragen haben. Die Aktion von Netcafe unterstützten bisher über 9500 Surfer.

Siehe dazu auch: Griechenland verbietet Computerspiele in Telepolis. (daa)

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