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Wirtschaftsministerium will den E-Mail-Verkehr sicherer machen

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Das Bundeswirtschaftsministerium stellt auf der CeBIT mit GnuPP (Gnu Privacy Project) ein neues Gesamtpaket rund um die Open-Source-Verschlüsselungssoftware Gnu Privacy Guard (GnuPG) vor. Enthalten ist dabei erstmals auch eine einfach zu bedienende Bedienoberfläche für das im offenen Quellcode vorliegende Programm sowie ein ausführliches Handbuch. Damit sollen auch Computer-Novizen die ersten Hürden der E-Mail-Verschlüsselung meistern. Berührungsängste mit der Kryptografie abbauen soll zudem "Adele", ein geduldiger Software-Bot, mit dem der Einsteiger das Ver- und Entschlüsselungsprozedere beliebig oft üben kann.

Das BMWi fördert das Projekt GnuPP im Rahmen der Initiative "Sicherheit im Internet" seit dem Jahre 2000 und sieht sich damit als Pionier beim Aufbau einer herstellerneutralen und offenen Standards entsprechenden Kryptografie-Infrastruktur. "In geschlossenen Software-Systemen werden immer wieder schwerwiegende Sicherheitslücken gefunden und zu Hackerangriffen missbraucht", schreibt Wirtschaftsminister Werner Müller im Vorwort des Handbuchs. "Wir setzen daher auf Sicherheit durch Offenheit." Denn nur die öffentliche Diskussion über erkannte Schwachstellen helfe, Lecks schnell zu beseitigen oder gar nicht erst entstehen zu lassen. Der transparente Quellcode sei dafür eine unverzichtbare Grundlage.

Bedeutung misst Hubertus Soquat, als Referent im Wirtschaftsministerium für Sicherheitsfragen zuständig, GnuPP vor allem als Alternative zu PGP bei. Der Verschlüsselungs-Klassiker wird momentan von der Firma Network Associates nicht mehr gepflegt, nach dem die Security-Firma keinen Käufer für das Programm gefunden hatte. GnuPP basiert auf OpenPGP und ist damit vollständig kompatibel zu PGP. Sogar die gleichen Infrastrukturen wie bei den Schlüsselservern sind nutzbar. Dazu hat die Open-Source-Variante den Vorteil gegenüber PGP, ohne jede Restriktion privat oder kommerziell genutzt werden zu können.

Das Paket (Buch mit CD-ROM) ist auf der CeBIT auf den Ständen des Wirtschaftsministeriums in Halle 11/D25, im Pavillon D an der Halle 11 sowie auf dem Stand der Bundesregierung kostenlos verfügbar. (Stefan Krempl) / (jk)