Menü

Wirtschaftsverbände sehen Deutschland mitten in industrieller Revolution

Jede industrielle Revolution habe mehr Arbeitsplätze geschaffen als vorher existierten, meint der Arbeitgeberpräsident.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 57 Beiträge

Roboter "Justin" als Symbol der aktuellen industriellen Revolution.

(Bild: dpa)

Von

Spitzenverbände der Wirtschaft sehen die Arbeitswelt in Deutschland angesichts des digitalen Wandels in einem grundlegenden Umbruch. "Wir sind mitten in einer industriellen Revolution", sagte Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer der dpa. "Das ist aber nicht die erste, die wir hatten. Und jede industrielle Revolution von der Erfindung der Dampfkraft bis zur Einführung der Computer hat hinterher mehr Arbeitsplätze geschaffen als vorher existierten."

Nicht jeder Arbeitsplatz werde identisch bleiben, erläuterte Kramer. "Auch das ist nichts Neues. Aber Berufe wandeln sich heute schneller als früher. Wir müssen Mitarbeiter dafür gezielt weiterbilden. Die Betriebe wissen sehr genau, welche Qualifikationen gebraucht werden und investieren auch massiv in die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter."

Industriepräsident Dieter Kempf sagte der dpa, in Deutschland müsse endlich die digitale Bildung in Schulen vorangebracht werden. "Es ist aus meiner Sicht völlig unzureichend, dass es keine ausreichende digitale Bildung in den Sekundarstufen gibt. Das heißt nicht, dass alle programmieren können. Aber wir müssen die jungen Menschen zur digitalen Souveränität erziehen. Wir müssen die Lehrerinnen und Lehrer entsprechend qualifizieren." Es könne nicht sein, dass das nur in jenen Schulen funktioniere, in denen es fähige und willige Physik- und Mathelehrer gebe.

Daneben gehe es ums Thema lebenslanges Lernen – also die Flexibilität, sich weiterzubilden. "Berufsbilder ändern sich. Wir müssen die Menschen in die Lage versetzen, diese Veränderungen mitmachen zu können", sagte Kempf. "Das ist eine politische, aber auch eine unternehmerische Aufgabe." (anw)