"Wissen ist analog und bleibt ein Fels in der Brandung digitaler Verwahrlosung"

Der Trendforscher Matthias Horx bremst die Euphorie über neue Medien: Da Bildung eine Grundvoraussetzung für die Nutzung neuer Medien sei, überrasche es ihn nicht, dass der Einfluss des Internets nicht nur in Deutschland immer noch begrenzt sei.

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Von
  • dpa

Trendforscher Matthias Horx hat die Euphorie über neue Medien gebremst. Beim Medienkongress "On-Air-Port 2007" sagte Horx eine Renaissance älterer und langsamerer Kommunikations- und Informationsmittel voraus. "Wissen ist analog und bleibt damit ein Fels in der Brandung digitaler Verwahrlosung." Da Bildung eine Grundvoraussetzung für die Nutzung neuer Technologien und Medien sei, überrasche es ihn nicht, dass der Einfluss des Internets nicht nur in Deutschland immer noch begrenzt sei.

So greife bislang nur etwa die Hälfte der deutschen Bevölkerung kontinuierlich auf das weltweite Datennetz zurück. In Ländern mit höheren Bildungspotenzialen wie Kanada oder Finnland liege der Anteil der Internetnutzer deutlich höher. "Der Mensch will auch über neue technische Entwicklungen die Kontrolle behalten", sagte Horx. Sei diese nicht gegeben, könne sich die Neuentwicklung auch nicht durchsetzen. Netzwerk- und Videoportalen räumte Horx wenig Zukunftschancen ein: "Diese Portale haben zwar hohe Klickraten, aber keinen Umsatz – und vor allem keinen Gewinn." (dpa) / (jk)