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Wissenschaftler: Smartphone-Sucht korreliert mit Spielsucht

Wissenschaftler aus Schweden und Spanien halten einen Zusammenhang zwischen Spielsucht und Smartphone-Nutzung für möglich.

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Smartphonesucht

Smartphone-Sucht kann mit Spielsucht zusammenhängen, fanden Forscher heraus. Ganz sicher sind sie aber noch nicht.

(Bild: rawpixel)

Eine Forschungsgemeinschaft schwedischer und spanischer Wissenschaftler hält einen Zusammenhang zwischen Smartphone-Sucht und Spielsucht für möglich. Dies ist das Ergebnis einer Befragung von 1515 Probanden im Zeitraum von Februar bis April 2016.

Die Forscher Andreas Fransson, Mariano Chóliz and Anders Håkansson erstellten hierzu eine im Mai 2018 veröffentlichte Querschnittsstudie unter der schwedischen Allgemeinbevölkerung. Mit standardisierten Fragen ließ sich eine mögliche Smartphone-Sucht (TMD: Test of Mobile Dependance) konstatieren, mit weiteren Fragen (NODS-CLiP: NORC Diagnostic Screen, Control Lying and Preoccupation) eine Spielsucht. Zwei weitere Fragen klopften ab, ob Probanden bisher wegen einer Sucht behandelt wurden.

Die Forscher ermittelten, dass 15- bis 18-Jährige häufiger unter Smartphone-Sucht litten als Erwachsene, und unter letzteren wiederum Frauen öfter als Männer. Rechnerisch ergab sich mit Verfahren der linearen Transgression kein Zusammenhang zwischen Smartphone-Sucht und Spielsucht. Auffällig war allerdings eine aufs Alter und Geschlecht abzielende Regressionsanalyse, die eine statistisch relevante Verbindung der Smartphone-Abhängigkeit mit problematischem Glücksspiel fand.

Die Forscher sind gleichwohl vorsichtig mit ihren Annahmen, wohl auch, weil die Studie – wie sie selbst anmerken – nicht repräsentativ ist. Sie schlagen daher weitere Untersuchungen in dieser Richtung vor.

Ob Smartphones süchtig machen, war schon häufig Gegenstand von Untersuchungen. Eine Studie der Ludwig-Maximilians-Uni in München bestätigte wenig überraschend, dass besonders jüngere Menschen sehr häufig ihr Smartphone nutzen. Nun drehen sich Untersuchungen zunehmend auch darum, ob eine Smartphone-Zugewandtheit auch gesundheitliche Effekte bewirkt – abgesehen von Verkehrsunfällen durch die Ablenkung beim Starren auf Mobilgeräte.

Nach einer Pilotstudie koreanischer Wissenschaftler unter 19 smartphone-süchtigen Probanden könnte eine Smartphone-Sucht neurochemische Prozesse im Gehirn verändern. Als Vergleichsgruppe diente eine gleich große Gruppe ohne Auffälligkeiten. (mil)

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