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Wissenschaftler gegen neues Monopol der Telekom beim Glasfasernetz

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Führende Wissenschaftler haben sich gegen die Pläne der Telekom ausgesprochen, beim Ausbau des Glasfasernetzes neue Monopolstrukturen zu errichten. Da der Marktführer den Netzzugang beim Breitband immer noch dominiere, müsse der Zugang für Wettbewerber auch bei der Glasfaser durch Regulierung gesichert werden. Das schreibt der Wissenschaftliche Arbeitskreis für Regulierungsfragen (WAR) in einer Stellungnahme für die Bundesnetzagentur zum Glasfaserbau der Telekom, die der dpa vorliegt.

Gegenwärtig gebe es in Deutschland keinen funktionierenden Wettbewerb zwischen Infrastrukturen für Breitbandzugänge. Die TV-Kabelnetze stellten derzeit die einzige potenzielle Alternative dar. Ob sich das TV-Kabel in den kommenden zehn Jahren zu einer flächendeckenden Alternative entwickle, sei aus heutiger Sicht offen.

Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke hatte im November den Ausbau des Glasfasernetzes und neue innovative Dienste in 50 deutschen Städten angekündigt. Zur Fußball-WM 2006 sollen bereits 10 Städte angeschlossen werden. Für die Milliarden-Investitionen müsste es aber vorübergehend einen Regulierungsschutz geben, damit das Unternehmen Pioniergewinne einfahren könne. Diese Forderungen waren in der Koalitionsvereinbarung zustimmend aufgenommen worden, bei den Wettbewerber und bei der EU-Kommission jedoch auf scharfe Kritik gestoßen. Die Bundesnetzagantur hatte mittlerweile zumindest eine teilweise Regulierung des Netzes angekündigt.

Der Investitionsaufwand des Marktführers und die Risiken sollten nach Einschätzung des WAR durch entsprechende Zugangstarife berücksichtigt werden. Anderenfalls "besteht die Gefahr, dass der erreichte Fortschritt im Anschlusswettbewerb wieder verloren geht", betonten die Wissenschaftler. Bislang fehle auch der Nachweis, dass es sich um einen neuen Markt handelt. Bei der Verlängerung des Netzes gehe es lediglich um eine Verdoppelung der Geschwindigkeiten und um keine grundlegende Netzinnovation.

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(dpa (jk)