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Wissenschaftsorganisationen bekennen sich zum Internet-Publizieren

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Zum Abschluss einer dreitägigen Konferenz über die Zugangsmöglichkeiten zu wissenschaftlichem Wissen und zum kulturellen Erbe verabschiedeten heute die Repräsentanten der großen deutschen Forschungsorganisationen einen Appell an alle Wissenschafts- und Kultureinrichtungen, das Internet konsequenter zur wissenschaftlichen Kommunikation und zur Veröffentlichung von Forschungsergebnissen zu nutzen.

Die "Berlin Declaration on Open Access to Knowledge in the Sciences and Humanities" ist von den Präsidenten der Fraunhofer-Gesellschaft (FhG), Hans-Jörg Bullinger, der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Peter Gaethgens, der Leibniz-Gemeinschaft (WGL), Hans-Olaf Henkel, der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), Ernst-Ludwig Winnacker, der Max-Planck-Gesellschaft (MPG), Peter Gruss, der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren (HGF), Walter Kröll, sowie vom Vorsitzenden des Wissenschaftsrates, Karl Max Einhäupl, unterzeichnet.

Im Hinblick auf die sich international abzeichnende Neuausrichtung der Publikationspraxis und des System der Begutachtung und Qualitätssicherung ("Peer Review") in den Natur- und Geisteswissenschaften durch das Internet fordern die Unterzeichner die Wissenschaftler ihrer Organisationen auf, sich bei den eigenen Arbeiten an das "Prinzip des offenen Zugangs" zu halten: Danach soll der Autor allen Nutzern ein freies, unwiderrufliches und weltweites Recht auf den Zugang zu seinen Daten einräumen und zugleich die Genehmigung erteilen, das Werk unter korrekter Angabe der Autorenschaft zu nutzen, zu kopieren und digital weiterzuverbreiten. Die vollständige Arbeit soll zusammen mit allen ergänzende Materialien und der Erklärung zu den Nutzungsrechten über ein Online-Archiv bereitgestellt werden. Als dessen Träger kommen akademische Einrichtungen sowie staatliche und private Organisationen in Frage, die eine langfristige Archivierung der Publikationsdaten gewährleisten.

Die "Berliner Erklärung" der Wissenschaftsorganisationen steht im Einklang mit der im Juni von US-Biomedizinern und Bibliothekswissenschaftlern verabschiedeten "Bethesda Declaration on Open Access Publishing" sowie der "Budapest Open Access Initiative". Sie schließt darüber hinausgehend aber auch das kulturelle Erbe in Museen, Archiven und Bibliotheken in die Forderung nach offenem Zugang mit ein. Dafür hat sich besonders das von der EU-Kommission geförderte Pilotprojekt ECHO (European Cultural Heritage Online) stark gemacht, in dem 16 Partner aus neun Ländern an Lösungen zur Erschließung der Kulturschätze über das Internet zusammenarbeiten. (Richard Sietmann) / (Richard Sietmann) / (jk)

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