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Wizards Unite: 24 Stunden mit dem neuen Harry-Potter-Spiel

Mit "Pokémon Go" ist Niantic ein Welterfolg gelungen. Kann der Nachfolger Wizards Unite da mithalten?

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(Bild: Niantic)

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Wer "Harry Potter: Wizards Unite" vor dem Deutschlandstart aus Drittquellen installierte, kam nur durch's Tutorial: Die virtuelle Welt war öd und leer. Erst am Samstagabend legte Niantic den Schalter um. Plötzlich materialisierten sich Gasthäuser, Gewächshäuser und Festungen auf der Karte sowie rotierende Schilder, Kräuter, Schatullen und Gießkannen.

Es gibt viel zu tun in Harry Potter: Wizards Unite

Bevor es losgeht, gleich ein Geständnis: Der Schreiber dieser Zeilen kennt Harry Potter zwar vom Hörensagen und vom Medienrummel her, sah aber bisher keine Veranlassung, die Bücher oder Filme zu konsumieren. Derselbe Redakteur installierte aber vor drei Jahren "Pokémon Go" mit ebenso unverstelltem Blick – und mochte, was er dort vorfand.

Beim grundsätzlichen Spielprinzip bleibt sich das Entwicklerstudio Niantic treu: Das Spiel zeigt eine virtuelle Karte, die an Koordinaten der realen Welt gebunden ist. Um die Spielfigur auf der Karte zu bewegen, muss sich der Spieler in der realen Umwelt bewegen. Orientierungspunkte aus der realen Welt, etwa Kirchtürme, Informationstafeln oder Skulpturen, dienen als Anker für besondere Spielelemente – bei Wizards Unite sind es Festungen, Gewächshäuser und Gasthäuser. Kommt man diesen nahe genug, kann man darauf tippen und Aktionen auslösen.

In Festungen stellt man sich Herausforderungen, in Gewächshäusern erhält man Pflanzen und in Gaststätten tankt man Zauberenergie. Letztere benötigt man zum Zaubern, was die wichtigste Tätigkeit im Spiel ist. Überall in der virtuellen Welt materialisieren sich bunte, rotierende Schilder. Sie sind "Spuren" eines mysteriösen Desasters, das magische Gegenstände in der realen Welt gefangen hält. Aufgabe des Spielers ist es, diese Gegenstände von "Fundwächtern" zu befreien, damit sie in die Welt der Zauberei zurückkehren können.

In Gartenhäusern kann man Kräuter ernten und anbauen.

(Bild: Niantic)

Was ganz schön abstrakt klingt, ist eigentlich simpel: Tippt man auf eines der drehenden Schilder, erscheint nach einer Kunstpause ein Monster, ein gefangener Zauberschüler oder ein gefesselter Gegenstand. Dann blendet das Spiel ein Symbol ein, dem man mit dem Finger folgen muss – möglichst schnell und möglichst präzise. Jedes Symbol steht für einen Zauberspruch, der Monster bannen, Schüler befreien oder Fesseln lösen soll. Gelingt der Spruch, belohnt das Spiel die gute Tat mit Erfahrungspunkten und Bonusgegenständen. Misslingt ein Zauber, kann man ihn oft noch ein paar Mal versuchen, bevor der verzauberte Gegenstand zu Nichts zerfällt.

Harry Potter: Wizards Unite (5 Bilder)

Zum Zaubern gibt das Spiel einen Pfad vor, ...
(Bild: Niantic)

Je nachdem, wie gut und schnell der Spieler das Zaubersymbol nachzieht, bewertet das Spiel den Einsatz als "brauchbar", "gut" oder "großartig". Spieler mit großformatigen Handys sind hier klar im Vorteil. Bewährt hat sich auch der Einsatz eines Touchscreen-Stifts, mit dem sich insbesondere Kurven deutlich präziser nachziehen lassen als mit dem Zeigefinger. Tränke erhöhen die Chancen auf einen erfolgreichen Zauber.

Einige "Spuren" führen zu handfesten Auseinandersetzungen mit Kobolden und anderen Kreaturen. Hier muss man mit dem Finger erst eine Zielscheibe treffen und dann ein Symbol nachfahren, um anzugreifen. Diagonale Striche dienen zur Verteidigung vor Gegenangriffen. Auch diese Duelle verbrauchen Zauberenergie. Die in den Festungen zu bestehenden Herausforderungen sind ebenfalls Kämpfe, nur dass man sich hier Schützenhilfe von befreundeten Spielern holen kann.

Neben Erfahrungspunkten belohnt das Spiel die viele Zauberei mit: Sammelbildchen. Hierfür stellt Wizards Unite ein "Register" bereit, das sich in vier Kategorien einteilt. Die Ergebnisse der "Spuren"-Beseitigungen landen unter "Erforschung" – allein dieser Bereich besteht aus dreißig Bildern. Jedes dieser Bilder besteht aus fünf Aufklebern; einige Aufkleber bestehen aus 4 bis 15 "Fragmenten" – sprich, man muss dieselbe Aufgabe fünfzehn Mal lösen, bevor der Aufkleber vollständig im Bild erscheint. Unter "Herausforderungen", "Mysterien" und "Events" finden sich weitere Bilder – hier kann Niantic endlos nachlegen.

Gelegentlich schenkt das Spiel Tränke, die man auch selbst brauen kann. Das Brauen eines einfachen Tranks dauert zwei Stunden. Die Kochdauer lässt sich um 15% verkürzen, indem man eine Reihe von Wischgesten eingibt. Welche das sind und in welcher Reihenfolge man sie ausführen muss, gilt es selbst herauszufinden – diesbezügliche Hinweise sind in der Online-Hilfe und in den Tränke-Informationen versteckt.

Mitunter erscheinen in der virtuellen Welt "Portschatullen", eine von vielen hässlichen Übersetzungen im Spiel (Original: "Portmanteau"). Sie lassen sich mit "Portschlüsseln" öffnen. Ein goldener Portschlüssel wird dem Spieler geschenkt, silberne Schlüssel gibt's mitunter als Belohnung. Beide Typen brauchen ein paar Kilometer, um eine Schatulle zu öffnen – je nach Güte der Schatulle muss der Spieler hierzu 2, 5 oder 10 Kilometer zurücklegen.

Die Portschlüssel öffnen das wesentliche Augmented-Reality-Element des Spiels: Mit dem Tipp auf eine Portschatulle betritt der Spieler einen virtuellen Raum, durch den er mit Schwenks des Smartphones navigiert. In diesem Raum verstecken sich fünf weiß leuchtende Kugeln ("Schlickschlupfen"). Wer sie findet und antippt, der erhält diverse Belohnungsgegenstände.