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Wo das Viertele einen Fingerabdruck kostet

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In Baden-Württemberg hat erstmals ein Gastronomiebetrieb ein biometrisches Bezahlsystem auf der Basis von Fingerabdrücken eingeführt. Gäste des Heilbronner Biergartens Food Court können ihre Zeche an der Kasse künftig statt in bar mit dem Finger bezahlen. Eingelesen werden die Fingerlinien-Informationen über kapazitive Fingerabdruck-Scanner. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Gäste den Betreibern des Biergartens bekannt und ihre Kontodaten gespeichert sind. Nach Hinterlegung eines Referenzdatensatzes wird der Verzehr dann auf Wunsch bargeldlos verbucht und in bestimmten Intervallen vom Konto abgebucht.

Das Rückgrat der Bezahlung per Fingerabdruck im Foodcourt bildet digiPROOF, ein Zahlungssystem des Lahrer Internet- und Biometriedienstleisters it-werke, das speziell für Geschäftsabläufe entworfen wurde, bei denen eine biometrische Personenverifizierung erfolgt. Wesentlicher Bestandteil des digiPROOF-Konzepts ist das Einverständnis der teilnehmenden Kunden zum Lastschrifteinzugsverfahren. Zum einen kann so der eigentliche Geldtransfer automatisch im Hintergrund von Bank zu Bank bewerkstelligt werden, zum anderen lassen sich dadurch mögliche datenschutzrechtliche Klippen umschiffen.

Vor gut zwei Monaten hatte das Unternehmen "it-werke" schon einmal für Schlagzeilen gesorgt, als es in Offenburg ein ähnliches Bezahlsystem erstmals bei einem Computerhändler installierte -- ebenfalls eine Deutschland-Premiere. Nach Angaben von Ulrich Kipper, Geschäftsführer der "it-werke", unterscheidet sich die Heilbronner Lösung lediglich durch die Einbindung in ein normales Gastro-Kassensystem vom Konzept in Offenburg. Kostenpunkt des Systems für den Biergartenbetreiber: Rund 7000 Euro. (pmz)