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Wochenrückblick Replay: Banken, Bitcoin, Brute Force (und natürlich Meltdown)

Meltdown und Spectre haben uns weiter auf Trab gehalten. Aber in den meistgelesenen Meldungen der vergangenen Woche geht es um Bankenregulierung, abstürzende Kryptowährungen und die Trottel von Apple.

Wochenrückblick Replay: Banken, Bitcoin, Brute Force (und natürlich Meltdown)

Die ganz große Aufregung um die Sicherheitslücken in Prozessoren legt sich langsam, dennoch haben die Angriffsszenarien Meltdown und Spectre, die das vorige Replay dominierten, auch die Nachrichtenlage der vergangenen Woche geprägt. In die fünf meistgelesenen Meldungen haben es die spontanen Neustarts nach Updates von Intel-CPUs geschafft. Auch der Kommentar von Christof Windeck zur unrühmlichen Informationspolitik der Chip-Hersteller kommt bei unseren Leser weiterhin gut an. (An dieser Stelle sei auch nochmal unser ständig aktualisierter FAQ zu Meltdown und Spectre empfohlen.)

Die mit Abstand meistgelesene Meldung der vergangenen Woche befasst sich mit der neuen EU-Zahlungsdiensteverordnung und den Konsequenzen für deutsche Bankkunden. Mit den neuen Regeln will die EU für mehr Wettbewerb sorgen und Fintech-Startups eine Chance geben, neue Dienstleistungen anzubieten. Und Händler dürfen nicht mehr Gebühren für normale Zahlungsmittel wie Kreditkarten verlangen. Dass neue Dienstleister nun über eine API auf Kontendaten zugreifen können, wird im Forum kritisch diskutiert: “Nach dem Aushebeln des Bankgeheimnisses für Behörden darf nun die Privatwirtschaft auch sehen, was der Michel auch dem Konto hat”, merkt etwa FanBoyEliminator an.

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Die heftigen Kursbewegungen bei den Kryptowährungen halten nicht nur die Anleger in Atem, sondern auch die heise-Leser. Zweiter Platz in der vergangenen Woche: China und Südkorea wollen die neuen Finanzinstrumente an die regulatorische Kette legen. “Jetzt geht’s abwärts, das war’s vermutlich mit den 10k”, hat Forist boing2 vorausgesehen: Nach fast 20.000 US-Dollar im Dezember hat der Bitcoin zwischenzeitlich mehr als die Hälfte an Wert verloren. Derzeit notiert die Krypto-Währung aber wieder über der 10.000-Dollar-Marke.

Auch sehr populär in der vergangenen Woche und auf dem dritten Platz gelandet ist der Mitarbeiter der US-Bundespolizei FBI, der auf einer Konferenz seinem Frust über die Trottel bei Apple Luft gemacht hatte. Wie kommt der Hersteller auch dazu, seine Systeme so gegen den Zugriff von Unbefugten zu sichern, dass auch den Experten vom FBI nur ein Brute Force Angriff bleibt – und selbst den habe Apple noch erschwert. Das Forum: Eher skeptisch.

End vergangener Woche ist in Las Vegas die CES zu Ende gegangen. Unsere Kollegen vor Ort haben vieles gesehen: Kurioses, Nutzloses, aber auch Interessantes und Ärgerliches. Die ganz persönlichen Tops und Flops der Kollegen gibt es in dieser Bilderstrecke:

Immer Spaß mit dem Netzwerkdurchsetzungsgesetz (wäre übrigens auch ein toller Kandidat für das “Unwort des Jahres” gewesen, auch weil es nur ein Wort ist). Nach dem Satireblatt Titanic ist auch die bekannte Straßenkünstlerin Barbara in den Genuss staatlich verordneter Fürsorge seitens Facebooks Löschtruppen gekommen. Auf die “Gemeinschaftsstandards”, gegen die Barbara verstoßen haben soll, können wir verzichten. Inzwischen hat sich das “soziale” Netzwerk zähneknirschend entschuldigt und Barbaras gelöschte Beiträge wiederhergestellt.

Pacta sunt servanda lautet ein altes Prinzip des Vertragsrechts. Aber was ist, wenn das mit dem servare nicht mehr so klappt, weil man zum Beispiel umzieht und der Internetprovider am neuen Wohnort gar nicht liefern kann? Kein Grund für ein Sonderkündigungsrecht schon vor dem Umzug, meint das Oberlandesgericht München. Man darf den laufenden Vertrag mit Laufzeit erst dann außerordentlich kündigen, wenn man umgezogen ist. Doof nur, dass das Telekommunikationsgesetz trotzdem eine Kündigungsfrist von drei Monaten vorschreibt.

Nicht ganz so viel Aufregung unter den Lesern, dafür um so mehr auf Hawaii hat ein Raketen-Fehlalarm ausgelöst: Ein Mitarbeiter des Katastrophenschutzes hatte statt des turnusgemäßen Tests einen echten Alarm ausgelöst, der auf die Mobiltelefone aller Menschen in der Region geschickt wurde. Eine knappe Dreiviertelstunde dachten hunderttausende Menschen, feindliche Raketen seien im Anflug. So etwas sollte ja eigentlich gar nicht passieren, geschweige denn zwei Mal in einer Woche. Der japanische Sender Nippon Hōsō Kyōkai: “Hold my beer”.

(vbr)

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