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"Wohlfühlglas" lässt besseres Licht durch

Moderne Isolier-Glasscheiben reflektieren teilweise blaues Licht, das laut Ärzten stimmungsaufhellend wirkt und für den Tag-Nacht-Rhythmus wichtig ist. Forscher am Fraunhofer-Institut für Silicatforschung (ISC) in Würzburg haben mit dem Industriepartner Centrosolar Glas eine neue Beschichtung entwickelt, die die für den Menschen angenehmen Strahlen besser passieren lässt, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe.

Die Beschichtung besteht aus einem anorganischen Material, das nur 0,1 Mikrometer dick ist und besonders im Wellenlängenbereich von 450 und 500 Nanometern mehr Licht durchlässt. Laut den ISC-Forschern ist die Schicht optisch kaum wahrnehmbar und reduziert auch die Dämmeigenschaften des Glases nicht.

Der Hersteller Uniglas, der sich von Fraunhofer und Centrosolar Lizenzen gesichert hat, bringt bereits ein damit beschichtetes, dreifach isoliertes Fenster namens "Vital Wohlfühlglas" auf den Markt. Als nächstes wollen die Fraunhofer-Forscher neben den Glasinnenflächen auch die Seiten zu Straße und Wohnung hin beschichten. Dann steige die Lichtdurchlässigkeit noch stärker, erklären sie.

"Unser Biorhythmus wird nicht von den Wellenlängenbereichen beeinflusst, die für die höchste Helligkeit im Raum verantwortlich sind, sondern von dem Blauanteil des Lichts", sagt der am Projekt beteiligte ISC-Diplomingenieur Walther Glaubitt. "Ein vergleichbares Glas gab es bislang noch nicht. Es vermittelt den Eindruck, als sei das Fenster dauerhaft geöffnet." Das blaue Licht beeinflusse auch die innere Uhr des Menschen, sagt Glaubitts Kollege Jörn Probst, der sonst unter anderem an biohybriden Werkstoffen forscht. Wird es nicht durchgelassen, könne das beispielsweise den Hormonhaushalt beim Melatonin stören. "Unsere Beschichtung bewirkt, dass man sich leistungsfähiger fühlt und seltener krank ist", hofft Probst.

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