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World-of-Warcraft-Spieler beschweren sich über Charakter-Überwachung

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Der Spieleentwickler Blizzard betreibt zu seinem Online-Rollenspiel World of Warcraft eine Webseite namens Arsenal, auf der Informationen zu allen am Spiel teilnehmenden Spielerfiguren abgerufen werden können. Seit Mitte Januar ist es sogar möglich, sich per RSS-Feed auf dem Laufenden halten zu lassen, was ein bestimmter Avatar gerade tut, welche Monster er besiegt und welche Erfolge er im Spiel errungen hat. Zwar legt die Arsenal-Seite nicht die wahre Identität der Spieler offen, doch trotzdem sind zahlreiche Anwender mit der Veröffentlichung der Überwachungsdaten nicht einverstanden. In einem ungewöhnlich langen Foreneintrag beschweren sie sich beim Hersteller darüber, dass jeder Chrakter automatisch auf der Arsenal-Seite geführt werde und Spieler weder um ihr Einverständnis gebeten wurden noch eine Möglichkeit hätten, die Veröffentlichung der Aktivitätsprofile ihrer Spielfiguren zu verhindern.

Die RSS-Feeds gäben nicht zuletzt darüber Auskunft, wann und wie häufig ein Spieler online sei. Wenn ein Spieler zu einem früheren Zeitpunkt die Namen seiner Avatare preisgegeben hätte, ließen sich somit leicht Rückschlüsse auf sein Spielverhalten ziehen.

Das Online-Rollenspiel World of Warcraft startete Ende 2004 und gilt als das populärste Online-Rollenspiel. Laut Blizzard zählte es Ende 2008 11,5 Millionen Spieler weltweit und trug entscheidend zur Steigerung der Umsätze des Mutterkonzerns Vivendi auf 13,2 Milliarden US-Dollar im ersten Halbjahr 2009 bei. Das Spiel steht seit längerem in der Kritik, die Spielsucht zu fördern. (hag)