Menü

World of Warcraft -- Spyware oder nicht?

Von
vorlesen Drucken Kommentare lesen 1019 Beiträge

Nach einem Blog-Posting von Greg Hoglund herrscht Aufruhr in den Blogs und Foren rund um das Online-Spiel World of Warcraft. Stein des Anstoßes ist eine Überwachungssoftware des Herstellers Blizzard Entertainment, die das Spiel vor Manipulationen schützen soll.

Wie Hoglund durch Reverse-Engineering herausgefunden hat, läuft dieser Wächter alle 15 Sekunden. Er liest zunächst die Fenstertitel aller laufenden Anwendungen aus, schickt sie durch eine Hash-Funktion und vergleicht das Ergebnis mit einer Liste von Hashes unerwünschter Programme. Sodann schaut das Programm in den Adressraum jedes im System laufenden Prozesses und bildet aus bestimmten Adressbereichen ebenfalls Hash-Werte, die es mit schwarzen Listen vergleicht. Entdeckt es Verdächtiges, so wird der Account des Spielers gesperrt.

In der im Internet geführten Diskussion sagen die einen, es handelt sich dabei eindeutig um Spyware, denn es gehört sich für eine Software einfach nicht, in andere Prozesse hineinzusehen, nicht in die Fenstertitel und schon gar nicht in den Adressraum. Die anderen argumentieren, dass die Software ja nichts ausspioniert. Sie läuft nur Client-seitig und sendet keine der untersuchten Daten im Klartext an den Server. Es ist nicht einmal erwiesen, dass Hash-Werte übermittelt werden.

Hersteller Blizzard Software hatte schon im August zur aufkeimenden Sicherheitsdiskussion Stellung genommen und auf die Nutzungsbedingungen verwiesen. Dort heißt es im Abschnitt 13:

A. WHEN RUNNING, THE WORLD OF WARCRAFT CLIENT MAY MONITOR YOUR COMPUTER'S RANDOM ACCESS MEMORY (RAM) AND/OR CPU PROCESSES FOR UNAUTHORIZED THIRD PARTY PROGRAMS RUNNING CONCURRENTLY WITH WORLD OF WARCRAFT. [...]

Wer World of Warcraft spielen will, muss sich also damit einverstanden erklären, dass das Spiel den Speicher seines Computers und andere Prozesse überwacht. (bo)

Anzeige
Anzeige