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Wortschöpfungen online recherchieren

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Was steckt eigentlich hinter Wörtern wie Leitkultur oder Jubelperser und in welchem Zusammenhang werden sie gebraucht? Darüber klärt jetzt eine Datenbank auf, die das Mannheimer Institut für Deutsche Sprache zur kostenlosen Nutzung ins Internet gestellt hat. Das Cosmas1 genannte Kompendium verfügt über 653 Millionen Wörter, darunter auch Phraseologismen wie "auf den Hund gekommen" oder neue Wortschöpfungen, die noch nicht in Wörterbüchern verzeichnet sind.

Über eine spezielle Suchmaske kann zum Beispiel "Cash Flow" eingeben werden. Die Datenbank liefert dann passende Textbeispiele aus Druckerzeugnissen. Quellen der Sammlung sind unter anderem die Süddeutschen Zeitung, der Spiegel, die Frankfurter Rundschau und der Mannheimer Morgen. Aber auch belletristische Werke von Uwe Johnson, Max Frisch und Heinrich Böll sind vertreten.

Mit der umfangreichen Datenbank lässt sich auch der so genannte konkurrierende Sprachgebrauch untersuchen. Damit sind unterschiedliche Wörter gemeint, die denselben Inhalt transportieren, wie etwa Entlassung und Freisetzung. Zusätzlich können Nutzer die Entstehung der "Unwörter des Jahres" oder das Aufkommen neuer Metaphern zurückverfolgen. Zwar fand die Datenbank keinen Eintrag für Komposita wie Prozessorgeflüster, aber Key-Account-Management wurde auf Anhieb gefunden. Gelungen ist außerdem die Fähigkeit der Datenbank, übersetzte Phraseologismen fremder Sprachen aufzuspüren, wie zum Beispiel "Der frühe Vogel fängt den Wurm". (Peter Artmann) /

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