Wütende Mitarbeiter beim Kabelnetz-Betreiber ish

570 Mitarbeiter sollen beim TV-Kabel-Betreiber gehen -- die Belegschaft ist sauer und kritisierte das Management auf einer Marathon-Betriebsversammlung.

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Nur rund anderthalb Monate nach der turnusmäßigen Betriebsversammlung beim Kabelnetz-Betreiber Ish kamen die 1.200 Mitarbeiter am Standort Köln heute zu einem außerordentlichen Treffen zusammen. Während Geschäftsführer David Colley beim letzten Mal noch verkündete, alle Jobs bei Ish seien bis 2004 gesichert, ging es heute um die Vernichtung von 570 Arbeitsplätzen. "Die Mitarbeiter waren enttäuscht und wütend", berichtet Horst Grübnau von der Gewerkschaft Ver.di. Auf die Kritik am Management antwortete Colley, in einigen Punkten habe das zur Callahan-Gruppe gehörende Unternehmen den deutschen Markt tatsächlich falsch eingeschätzt.

"Nach dem endgültigen Rückzug von Liberty Media aus dem deutschen Kabelnetzmarkt sehen wir uns veränderten Marktbedingungen -- unter anderem einem langsameren Kundenwachstum gegenüber. Diesen Rahmenbedingungen müssen wir nun Rechnung tragen und kommen bedauerlicherweise auch an einem Stellenabbau nicht vorbei", sagte eine Ish-Sprecherin gegenüber heise online. "Diese Maßnahmen dienen nun der Anpassung an die jetzt zu erwartenden Entwicklung der Geschäftsfelder Kabel-Telefon und Voice-Over-IP, High-Speed-Internet und später auch interaktivem Fernsehen und letztlich der Sicherung der verbleibenden knapp 2.000 Arbeitsplätze."

In den vergangenen sechs Monaten sind 500 neue Mitarbeiter eingestellt worden und demzufolge noch in der Probezeit -- vermutlich 370 von ihnen sollen nicht weiter beschäftigt werden. Für die übrigen 200 Betroffenen soll es nun Sozialplanverhandlungen mit dem Betriebsrat geben. Gewerkschafts-Sekretär Hübnau möchte den Stellenabbau indes nicht so einfach hinnehmen: "Wir kämpfen um jeden Arbeitsplatz. Zum Beispiel könnten Jobs durch die Einführung von Kurzarbeit gerettet werden." Für die Vorgänge bei Ish findet der Ver.di-Funktionär harte Worte: "Was da passiert ist nicht nur amerikanisch und kapitalistisch, es ist kriminell, wie Leute mit falschen Versprechungen aus sicheren Jobs gelockt worden sind." (tol)