X-Nachfolger Wayland 1.4 bringt Protokollerweiterung für Video-Ausgabe

Das bei einigen Linux-Distributionen und -Desktops als X-Nachfolger vorgesehene Wayland entwickelt sich eher langsam vorwärts; der Wayland-Compositor Weston hingegen erhielt mit Version 1.4 einen ganzen Schwung neuer Funktionen.

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Von
  • Thorsten Leemhuis

Mit den Versionen 1.4 von Wayland und Weston ist die Unterstützung für Subsurfaces vom Wayland-Compositor Weston in die Display-Server-Infrastruktur Wayland umgezogen. Durch Subsurfaces kann beispielsweise Video-Wiedergabesoftware das Kombinieren des Videostroms mit den Bedienelementen des Players an den Compositor delegieren. Dadurch lässt sich Hardware-beschleunigte Video-Ausgabe effizienter nutzen und so die Systemlast reduzieren.

Durch die Integration in Wayland können nun auch andere Compositor auf die Technik zurückgreifen – darunter die Wayland-Unterstützung der Gnome-Shell oder das von KDEs Plasma Desktops verwendete Kwin. Bei den Entwickler dieser Linux-Desktops und einigen Linux-Distributionen steht der Einsatz des designierten X-Nachfolgers Wayland fest auf der Roadmap; Canonical treibt mit Mir allerdings einen eigenen Display-Server für Ubuntu voran.

Wie der leitenden Wayland-Entwickler Kristian Høgsberg in der Freigabemail anmerkt, reife Wayland weiter und bewege sich langsam vorwärts; so war es nach der Freigabe der Version 1.0 auch angedacht. Deutlich agiler ist die Entwicklung bei Weston. Er sollte ursprünglich als "Referenz Compositor" ein Implementationsbeispiel für einen Wayland-Display-Server sein, wandelt sich aber mehr und mehr zu einer alltagstauglichen Software.

Neu in Weston 1.4 ist unter anderem die Unterstützung für den Logind von Systemd, was unprivilegierten Anwendern den Start des Compositor ermöglicht. Der GL-Renderer ist jetzt ein ladbares Modul; Weston kann dadurch schneller starten, indem es zuerst Software-Rendering nutzt und später auf Rendern mit EGL+GLES2 umschaltet. Die neue Weston-Version soll jetzt das Entfernen von Ausgabegeräten im Betrieb besser handhaben. Neu ist auch ein Protokoll zum Beschneiden und Skalieren des Bildes; mittelfristig soll diese Funktion offenbar in Wayland umsiedeln.

Die Entwickler haben zudem einige für Wayland relevante Änderungen in Mesa 3D eingepflegt, die Bestandteil des in einigen Wochen erwarteten Mesa 3D 10.1 werden sollen. Darunter ein Patch, durch den die Ausgabe eines fertig gerenderten Bildes nicht mit dem Bildwechsel des Monitors synchronisiert wird. Das führt zu Störern im dargestellten Bild, ermöglicht Anwendungen allerdings, das berechnete Bild so schnell wie möglich auszugeben. (thl)