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X-Server 1.8 bringt neue Konfigurationsmechanismen

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Intel-Mitarbeiter und X-Urgestein Keith Packard hat kürzlich die Version 1.8.0 des X-Servers von X.org freigegeben. Wie alle in den vergangenen Jahren veröffentlichten X-Server konfiguriert auch die neue Version Grafik-Hardware und Eingabegeräte normalerweise automatisch und arbeitet so auf vielen Systemen selbst ganz ohne Konfigurationsdatei korrekt. Wenn es aber doch etwas manuell zu konfigurieren gibt, kann sich der neue X-Server die Konfiguration nun aus einzelnen, in /etc/X11/xorg.conf.d/ gespeicherten Dateien zusammensetzen; das soll Distributoren, Anbietern proprietärer Treiber und Anwendern eine flexiblere und weniger störanfällige Konfiguration ermöglichen.

Nachdem sich viele Linux-Programme im vergangenen Jahr von HAL (Hardware Abstraction Layer) abgewendet haben, folgt mit der Version 1.8 nun auch der X-Server diesem Trend. Die neue Version arbeitet bei der Erkennung und Einbindung von Eingabegeräten unter Linux nun direkt mit Udev zusammen. Hintergründe zu diesem Schwenk, dem Konfigurationsverzeichnis und einigen anderen Änderungen hat X-Entwickler Peter Hutterer vor einigen Monaten in einem Blog-Eintrag zusammengefasst.

Der neuen X-Server unterstützt zudem DRI 2.2, lässt aber die ursprünglich bereits für die X-Server der 1.7er-Reihe vorgesehene XKB2 (X Keyboard Extension 2) abermals missen. Die Entwickler haben die neue Version genau ein halbes Jahr nach der Version 1.7 und mit nur mit wenigen Tagen Verspätung freigegeben. Letzteres dürfte nicht zuletzt der angepasste Veröffentlichungsstrategie zu verdanken sein, auf die sich die Entwickler von X.org vor einigen Monaten geeinigt hatten, nachdem größere Überarbeitungen des X-Server und neue Versionen von X.org häufig Monate später als ursprünglich gedacht erschienen waren. Ein X.org-Release mit dem X-Server 1.8 ist derzeit nicht geplant; X.org 7.6 soll im Oktober erscheinen und vermutlich mit einem X-Server der parallel erwarteten 1.9er-Reihe gepaart werden.

Die aktuelle Version von Nvidias proprietärerem Linux-Grafiktreiber soll mit dem X-Server 1.8 zusammenarbeiten. AMDs proprietäre Treiber können das nicht und sind nicht einmal zu den X-Servern der 1.7er-Serie kompatibel. Dies Manko will AMD allem Anschein nach in den kommenden Wochen beheben – es ist nicht bekannt, ob diese Anpassungen auch ein Zusammenspiel mit dem X-Server 1.8 ermöglichen wird. (thl)