X11-Erbe Wayland erhält Fehlerkorrekturen und Detailverbesserungen

Wayland und Weston 1.6 bringen nur kleinere Neuerungen; dafür mausert sich bei den Linux-Desktops langsam die Unterstützung für das Framework, dem einige Distributionen bald die Ausgabe der grafischen Bedienoberfläche überlassen wollen.

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Von
  • Thorsten Leemhuis

Die Entwickler des Wayland-Projekts haben die Version 1.6 von Wayland und Weston freigegeben. Bei ihr nutzt Weston zur Handhabung von Eingaberäten jetzt standardmäßig die Libinput – eine aus Weston selbst hervorgegangen Bibliothek, die gestartet wurde, damit andere Wayland Compositor den Code zur Anbindung von Tastatur, Maus und Co. wiederverwenden können.

Davon abgesehen bringen die neuen Wayland- und Weston-Versionen vornehmlich Fehlerkorrekturen und Detailverbesserungen. Ein Grund dafür: Einige größere Neuerungen wurden nicht rechtzeitig fertig, daher wurden sie auf die Version 1.7 vertagt, die im Februar erscheinen soll. Bei ihr soll Weston nicht mehr ohne Libinput arbeiten können.

Die Wayland Display Architektur versucht das X Window System (X11) zu beerben, auf das Mainstream-Linux-Distribution seit jeher zur Darstellung der Desktop-Oberflächen zurückgreifen. Die Entwickler einiger Distributionen und Linux-Desktops ziehen dabei mit und passen ihre Software nach und nach auf Wayland an. Dadurch kann etwa die kürzlich freigegebene Version 0.19 des Enlightenment-Desktops seine Bedienoberfläche nicht mehr nur per X11, sondern auch per Wayland ausgeben. Gnome bringt bereits einen Wayland Compositor mit; beim in Kürze erwarten Gnome 3.14 soll er auch Tastatur-Layouts, Touch-Eingaben sowie Drag & Drop unterstützen.

Die Linux-Distribution Fedora will Wayland standardmäßig einsetzen; nach derzeitigen Plänen soll das aber frühestens bei Fedora 23 der Fall sein, das noch mindestens ein Jahr entfernt ist. Ubuntu-Macher Canonical hat andere Pläne und mit Mir einen eigenen X11-Erben gestartet, den spätestens Ubuntu 16.04 standardmäßig einsetzen soll. (thl)