XQD-Speicherkarten mit PCI-Express-Schnittstelle

Die CompactFlash-Industrievereinigung stellt eine Spezifikation für deutlich schnellere Flash-Medien vor.

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Von
  • Christof Windeck

Das XQD-Logo soll kompatible Karten und Lesegeräte zieren.

(Bild: CFA)

Nun zieht PCI Express auch bei den Digikam-Speicherkarten ein: Die Industrievereinigung CompactFlash Association (CFA) stellt eine Spezifikation für XQD-Karten vor. Diese nutzen zunächst PCI Express 1.0 mit 2,5 Gigatransfers pro Sekunde, später soll PCIe 2.0 zum Einsatz kommen (5 GT/s). Mit Abmessungen von 3,85 Zentimetern mal 2,98 Zentimetern bei 3,8 Millimetern Stärke sind XQD-Karten etwas kompakter als CF-Karten.

Wegen der 8-Bit-10-Bit-Codierung sind per PCIe Datentransferraten von 250 beziehungsweise 500 MByte/s netto möglich. Die Schreibgeschwindigkeit von XQD-Karten soll aber zunächst höchstens 125 MByte/s erreichen. Die schnellsten bisher im c't-Labor vermessenen CF-Karten mit UDMA-7-Interface brachten es auf 83 MByte/s beim Schreiben und knapp 103 MByte/s beim Lesen. Die noch immer sehr seltenen CFast-Karten mit SATA-Interface liegen in ähnlichen Bereichen.

Anscheinend konnte die CFA kein hübscheres Muster einer XQD-Karte auftreiben.

(Bild: CFA)

Ob sich XQD-Karten schneller durchsetzen werden als die bislang glücklosen CFast-Modelle, ist völlig offen. XQD zielt ausdrücklich auf High-End-Produkte; auch CF-Karten kommen vorwiegend noch in teureren (Profi-)Kameras zum Einsatz. Im Massenmarkt hat sich Secure Digital (SD) etabliert beziehungsweise SDHC, SDXC und die microSD-Bauformen. Nach Messungen im c't-Labor sind SDXC-Karten aber durchweg noch deutlich langsamer als die schnellsten CF-Karten.

Mitglieder der CFA können ab 2012 XQD-Lizenzen erwerben. Anfang Februar sollen die ersten XQD-Karten auf der Veranstaltung CP+ in Yokohama gezeigt werden.

Die Arbeit an der XQD-Spezifikation war vor rund einem Jahr angekündigt worden. PCIe verbreitet sich damit immer weiter, denn der ursprünglich vor allem für Steckkarten und Onboard-Chips entwickelte Standard soll ja etwa auch als NVM Express und SATA Express für SSDs zum Einsatz kommen sowie in Form von Thunderbolt oder MiniPod als externe Schnittstelle. Auch in ExpressCards oder modularen Computersystemen nach PICMG 3.0 oder etwa COM Express steckt PCIe-Technik. Dieser ähneln letztlich auch die Transceiverschaltungen für SATA, DisplayLink oder USB 3.0. So versucht die Industrie, von der PCIe-Roadmap zu profitieren: Die ersten PCIe-3.0-Komponenten sind mittlerweile auf dem Markt, ungefähr 2015 ist mit PCIe 4.0 zu rechnen. (ciw)